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Corona-Warn-App: Ein Update gegen Corona | BR24

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Wird von Problemen geplagt: Die Corona-Warn-App

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    Corona-Warn-App: Ein Update gegen Corona

    Viele User der Corona-Warn-App wurden nicht über Risikokontakte informiert. Das Problem wurde mittlerweile behoben und dennoch bleibt die Frage: Wie viel Vertrauen ist verloren gegangen?

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    Die gute Nachricht zuerst: Obwohl die Corona-App nicht so funktioniert, wie sie sollte, funktioniert sie. Letzte Woche bekam eine Person im Berchtesgadener Land eine Corona-Warn-Meldung auf das Handy. Obwohl die Person keine Symptome hatte, ließ sie sich testen und so stellte ich heraus, dass sie sich mit Corona angesteckt hatte. Genau das ist der Sinn der App: Menschen, die nicht wissen, dass sie krank sind und andere anstecken können, werden gewarnt und können sich in Quarantäne begeben, um so das Virus in seiner Verbreitung auszubremsen. Die manuelle und personalintensive Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsbehörden wird ergänzt und beschleunigt.

    Bundesregierung beschwichtigt

    Nicht nur das Beispiel aus dem Berchtesgadener Land zeigt, dass die App schon heute einen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leistet, auch die nackten Zahlen belegen einen Effekt. Die Frage allerdings ist, ob noch sehr viel mehr Kontaktketten unterbrochen hätten werden können, wenn die App so funktioniert hätte, wie sie sollte. Denn sowohl bei iPhones als auch auf den Android-Geräten mancher Hersteller gab es Probleme. Die App meldete nicht, ob man Kontakt gehabt hatte zu einer Person, die positiv auf Corona getestet wurde. Die Bundesregierung beschwichtigte zwar und erklärte promt, dass die App „zu jeder Zeit automatisch anonyme Schlüssel ausgetauscht“ habe.

    Kritik an Kommunikationspolitik

    Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Austausch der anonymisierten Daten passierte nicht im Hintergrund, sondern erst, sobald man die App geöffnet hat. Das ist keine Kleinigkeit, denn die Nutzer verlassen sich darauf, dass die App im Hintergrund funktioniert und haben eigentlich auch gar keinen Grund, die App zu öffnen. Da das Problem seit längerem bekannt war, gibt es nun zunehmende Kritik an der Kommunikationspolitik der Verantwortlichen. Unterdessen wurde die Softwaren nachgebessert. Mittlerweile gibt es ein Update, welches den Fehler behebt.

    - Android-Nutzer finden in ihrer App in den Einstellungen einen Schieberegler („Priorisierte Hintergrundaktivität“). Sobald man diesen betätigt, erfolgt der Abgleich wieder im Hintergrund.

    - Bei iPhone-Nutzern wird der Hintergrundabgleich mit dem Update automatisch aktiviert

    Eine gute App alleine reicht nicht

    Das Problem zeigt, wie komplex das Vorhaben einer effektiven Corona-App ist. Es reicht eben nicht nur, eine gute App zu entwickeln. Auch Labore müssen entsprechend ausgestattet werden und – das zeigen die jüngsten Probleme, auch die App-Hersteller und Betriebssystementwickler dürfen sich keine Fehler erlauben. Die Frage ist jedoch, inwieweit die jüngsten Debatten der App geschadet haben. Denn über den Erfolg der App entscheidet das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und eine App, die nicht richtig funktioniert, schafft kein Vertrauen.

    Experten: App wichtiges Werkzeug gegen Corona

    Laut Robert-Koch-Institut wurde die App bislang über 16 Millionen mal installiert, das ist eine beeindruckende Zahl. Allerdings stagniert die Installationsrate seit einiger Zeit. Dabei könnte die Corona-Warn-App nach Ansicht vieler Experten mithelfen, eine zweite Welle frühzeitig zu erkennen und abzuflachen. Wie wichtig die Nachverfolgung von Kontakten ist, sieht man nicht zu letzten gerade auch in Katalonien. Die dortige Regionalregierung steht in der Kritik, weil dort die Corona-Zahlen explodieren. Ein Grund: Zu wenig „Scouts“, die Infizierte befragen können, wem sie begegnet sind. Ein anderer: Spanien hat immer noch keine funktionierende Corona-Warn-App.

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