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FAQ: Corona-Warn-App | BR24

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Corona-Warn-App steht zum Download bereit

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FAQ: Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App steht zum Download bereit. Was kann sie leisten? Wie funktioniert sie? Was ist mit Datenschutz? BR24 beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Nach langem Warten und vielen Verzögerungen steht die Corona-Warn-App nun in den App-Stores zum Download bereit. Die Bundesregierung will die App am heutigen Dienstag gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und den beteiligten Unternehmen vorstellen.

Hier kann die App runtergeladen werden: Google und Apple

BR24Live 10.25 Uhr: Bundesregierung stellt Corona-Warn-App vor

An der Präsentation werden neben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch Innenminister Horst Seehofer (CSU), Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung Dorothee Bär (CSU) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) teilnehmen. Nach letzten erfolgreichen Tests war am Sonntag die Entscheidung gefallen, die App am Dienstag vorzustellen und freizuschalten. BR24 überträgt die Pressekonferenz ab 10.25 Uhr live.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was soll die App bringen?

Das Tückische am Coronavirus ist, dass wir andere Menschen anstecken, ohne es zu wollen, weil manchmal gar keine Symptome vorhanden sind. Ein Mittel, um die Verbreitung einzudämmen, ist es daher, Infizierten-Kontakte nachzuverfolgen, die sich dann beispielsweise testen lassen und sich gegebenenfalls in häusliche Quarantäne begeben können. So sollen Infektionsketten unterbrochen und die Pandemie eingedämmt werden.

Bisher geschieht diese Kontaktverfolgung oft noch analog und infizierte Personen müssen sich erinnern, wem sie für längere Zeit begegnet sind. Danach versucht man die Kontaktpersonen zu erreichen. Saß man gemeinsam in einem Zug oder Konferenzraum, kennt man das Gegenüber aber manchmal gar nicht. Auch aus diesem Grund muss man im Moment in Restaurants Kontaktdaten auf Papierzetteln abgeben. Die geplante Corona-App soll die Kontaktnachverfolgung digital ergänzen – ohne das Gedächtnis des Infizierten zu bemühen und ohne Zettelwirtschaft.

Neben diesen Funktionen soll es auch möglich sein, sich das Ergebnis eines Corona-Tests in der App anzusehen. Man muss also nicht zwingend auf einen Anruf warten.

Wie soll die App funktionieren?

Die Kontaktnachverfolgung mit der Corona-App soll über Tracing funktionieren, für das wiederum Bluetooth-Technologie eingesetzt wird. Bluetooth sendet – viele kennen es wohl von Kopfhörern – ein Signal über mehrere Meter. Das macht man sich bei einer Tracing-App zunutze. Jedes Handy, das die Corona-App installiert hat, kommuniziert so mit jedem anderen Handy.

So "weiß" Handy A, welche anderen Handys über einen längeren Zeitraum in seiner Nähe waren. Infiziert sich nun der Besitzer von Handy A, kann das Gerät an alle Handys, die länger in seiner Nähe waren und die App installiert haben, eine Warnung schicken. Die Besitzer der anderen Handys bekommen eine Push-Nachricht und können sich testen lassen. Weder die Handys noch die Besitzer oder Behörden wissen, wo das Treffen stattgefunden hat oder wer die beteiligten Personen sind. Klar ist nur, dass die Handybesitzer über längere Zeit eine relativ kurze Distanz hatten und dass dabei eine Ansteckung passiert sein könnte.

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Endlich wird sie freigeschaltet, die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Wie funktioniert sie?

Und das klappt wirklich?

Bluetooth kann Geräte in der nähesten Umgebung erkennen und sich auf den Handys merken. Diese technische Komponente dürfte einigermaßen zuverlässig funktionieren, zumal ja ohnehin nur als Kontakt gewertet werden soll, was mehrere Minuten andauert. Menschen, denen wir auf der U-Bahn-Rolltreppe oder beim Spazierengehen über den Weg laufen, gehören nicht dazu. Es geht nur um Personen, mit denen wir längere Zeit auf engem Raum waren, bei langen U-Bahnfahrten oder beim Essengehen etwa.

Zugleich ist Bluetooth natürlich nicht besonders genau. Sitzt man einen Abend lang im Restaurant und bemerkt später eine Infektion, wird wohl der ganze Raum gewarnt. Eine Differenzierung auf den Meter genau, also etwa "Der Nebentisch wird gewarnt, der Tisch in der weit entfernten Ecke nicht" dürfte schwierig werden. Ein wenig grob ist das System vermutlich also schon, könnte aber nach und nach dazu lernen.

Was, wenn sich Menschen "zum Spaß" per App Corona-infiziert melden?

Wer positiv auf Corona getestet wurde, muss diesen Status bestätigen lassen, bevor man seine Kontakte informiert. Das soll über einen QR-Code geschehen, den man von einem Testlabor erhält oder über eine TAN, die man bei einer Telefonhotline erfragen kann.

Wie viele Nutzer müssen die App installieren?

Ob die App ihren Zweck erfüllen kann, hängt letztlich aber vor allem an einem Faktor: der Zahl der Installationen. Wenn nur wenige die App installieren, können auch nur wenige bei Kontakten mit Infizierten gewarnt werden oder als Infizierte ihre Kontakte warnen. Experten gehen davon aus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App laden müssten. Viele, gerade ältere Menschen haben kein Smartphone. Das heißt, dass ein Großteil der Smartphone-Besitzer die App laden müsste.

Allerdings: Bei den 60 Prozent handelt es sich um einen Durchschnittswert. Es ist denkbar, dass in bestimmten Milieus oder Gegenden diese Zahl erreicht wird und in anderen nicht. Dann hätte die App aber trotzdem einen Effekt. Manche Experten weisen zudem darauf hin, dann auch eine geringere Adaptionsrate helfen könnte, Corona einzudämmen. Klar ist: Eine App allein kann gegen Corona nicht helfen. Sie kann nur ein Baustein sein in einer größeren Anti-Corona-Strategie.

Warum dauerte die Entwicklung so lange?

Die Bevölkerung soll die App freiwillig nutzen. Daher müssen die Menschen Vertrauen in den Datenschutz der App haben. Auch deswegen haben sich die Verantwortlichen letztlich für eine dezentrale Speicherung der Daten entschieden. Die ist sicherer, weil persönliche Daten wie der ID-Code des Nutzers und sein Gesundheitszustand nicht auf einem Server, sondern getrennt voneinander gespeichert werden. Eine dezentrale Datenverarbeitung ist allerdings für die Entwickler auch deutlich aufwendiger. Zudem dauerte auch die Entscheidung, ob die App dezentral oder zentral arbeiten soll, einige Zeit.

Ist die App Pflicht?

Nein. Das Warnsystem basiert auf freiwilligen Nutzern, niemand ist verpflichtet, eine entsprechende App zu nutzen. Auch eine Regelung, die bestimmte Freiheiten an die Nutzung der App koppelt ("Nur wer die App auf dem Handy installiert hat, darf wieder ins Freibad") ist derzeit nicht geplant. Grüne und Linke im Deutschen Bundestag fordern allerdings ein eigenes Tracing-Gesetz, um unter anderem auch sicherzustellen, dass Nicht-App-Nutzer nicht diskriminiert werden.

Man ist außerdem nicht verpflichtet, sein Testergebnis den Kontakten mitzuteilen, auch wenn man die App installiert hat.

Ersetzt die App andere Maßnahmen?

Nein. Weiterhin sind Abstandhalten und Mund-Nasen-Schutz die wirksamsten Mittel zur Eindämmung des Virus. Die App hilft jedoch dabei, die Zahlen niedrig zu halten – und kann so helfen, eine gewisse Rückkehr in den Alltag zu beschleunigen.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Frage, wie man die App möglichst datenschutzfreundlich gestaltet, bestimmte von Anfang an die Diskussion. Nicht zuletzt daher hat sich die Bundesregierung für eine freiwillige Tracing-App entschieden, deren Daten dezentral gespeichert werden. Außerdem wurde bereits vor der Veröffentlichung der App der Quellcode, also die Architektur der App, für alle zugänglich gemacht. So können Datenschützer, Bürger, Experten und Kritiker sich selbst ein Bild über die App machen. Experten wie etwa Redakteure von Heise.de haben das vorab getan und zogen ein insgesamt positives Fazit.

Die dezentrale Verarbeitung der Daten soll verhindern, dass Cyberkriminelle oder auch Behörden intime Daten eines Menschen abgreifen können. Kurz gesagt werden Identifikationsnummer, Bluetooth-Kontakte und Gesundheitszustand einer Person getrennt gespeichert. Wer also Zugriff auf einen Server hat, kann entweder nur ID-Nummern (ohne Namen dazu) auslesen oder nur Gesundheitszustände.

Hinzu kommt die grundsätzliche Entscheidung für eine Tracing-App statt für eine Tracking-App, wie sie etwa in Island im Einsatz ist. Eine Tracking-App verfolgt ihren User und erstellt ein Bewegungsprofil: Sie weiß etwa, in welchen Supermärkten, Restaurants, U-Bahnen und Wohnungen ein User in den vergangenen 14 Tagen und warnt auf dieser Basis, wenn an einem dieser Orte zur gleichen Zeit auch ein Infizierter war. Auch diese Methode funktioniert theoretisch. Allerdings wollen viele Menschen nicht, dass eine App oder der Staat mitschneidet, wo sie sich aufhalten.

Eine Tracing-App, wie sie jetzt in Deutschland zum Einsatz kommt, merkt sich statt dem Standort eines Handys nur, welche anderen Handys in der Nähe sind. Diese Daten sollen nur auf dem Handy gespeichert werden, sind aber nicht für die User einsehbar. Zudem werden keine Namen anderer Handy-Besitzer gespeichert, sondern lediglich zufällige ID-Nummern, die sich zudem regelmäßig ändern, um eine Rückverfolgung zu verhindern. Es werden bei einer solchen Tracing-App letztlich also überhaupt kaum Daten generiert und diese noch dazu dezentral verarbeitet.

Wer hat die App entwickelt?

Hinter der App stehen die Bundesregierung und die deutschen Unternehmen SAP und Telekom. Kostenpunkt für die Entwicklung waren offenbar rund 20 Millionen Euro.

Gibt es das nur in Deutschland?

Nein. Viele andere Länder innerhalb und außerhalb Europas haben Apps und auch andere digitale Werkzeuge im Einsatz, die bei der Bekämpfung von Corona helfen sollen. Auch unsere Nachbarn aus Österreich, die ebenfalls auf Tracing setzen. Andere Länder wie Island, Norwegen oder auf andere Art und Weise auch Südkorea setzen dagegen auf Tracking. Hier finden Sie eine kleine Übersicht der internationalen Lösungen.

Was für ein Handy brauche ich?

Grundsätzlich sollte nahezu jedes halbwegs aktuelle Smartphone mit der App klarkommen. Android und Apple haben sogenannte Schnittstellen bereitgestellt, sodass die Entwickler der App eine passgenaue Version für die gängigen Smartphones bauen konnten. Mindestanforderung bei Android-Handys ist die Version 6.0, die 2015 veröffentlicht wurde. Auch für die Besitzer von Huawei-Handys, die keine Google-Dienste installiert haben, wird die App verfügbar sein. Für Besitzer sehr alter Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone oder einem Blackberry-System dürfte es dagegen keine Corona-App geben.

Zugleich muss das Smartphone natürlich eine Bluetooth-Funktion haben, damit die App funktionieren kann. Ob ihr Handy Bluetooth kann und wie sie es einschalten, können Sie in der Regel in der Betriebsanleitung des Handys nachlesen oder Sie durchforsten die Einstellungen auf Ihrem Smartphone auf eigene Faust.

Kann jeder die App nutzen?

Die App-Entwickler haben großes Augenmerk auf Barrierefreiheit gelegt. Die App arbeitet mit vielen Bildern und einfacher Sprache. Sie soll zudem nicht nur in Deutsch, sondern auch in einer englischen Version verfügbar sein. Eine türkischsprachige Variante ist in Arbeit. Die App lässt sich außerdem komplett mit einem Finger bedienen, das ist wichtig für ältere Personen oder Personen mit motorischen Einschränkungen.

Ich habe kein Bluetooth-fähiges Smartphone - gibt es sie für andere Geräte?

Aktuell braucht es für die Nutzung der Corona-App ein Smartphone.

Ist Bluetooth überhaupt geeignet?

Bluetooth hat zunächst den Vorteil, dass das Signal nur über wenige Meter reicht. Das verhindert schon einmal viele Probleme in Sachen Datenschutz und Co. Dennoch sollten Sie bei Anfragen zur Koppelung von Geräten – etwa in der U-Bahn - aufpassen und überlegen, ob sie Sinn machen.

Bluetooth kann zudem dafür sorgen, dass ihr Akku etwas schneller zur Neige geht. Sie sollten es dennoch nicht ausschalten, wenn die App funktionieren soll. Ein extremer Energiefresser ist Bluetooth aber nicht.

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