BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona-Pandemie: Turbo-Digitalisierung im Lokaljournalismus? | BR24

© picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Wegen Corona - Turbodigitalisierung im Lokaljournalismus?

1
Per Mail sharen

    Corona-Pandemie: Turbo-Digitalisierung im Lokaljournalismus?

    Die Corona-Krise trifft die Lokalzeitungen besonders hart. Ein Lichtblick: Digitalabos und Klickzahlen boomen. Kann das die Branche wirklich retten? Kommt jetzt die Turbo-Digitalisierung der regionalen Tageszeitung?

    1
    Per Mail sharen

    Vor der Corona-Krise war das Svenska Dagbladet, das Schwedische Tagesblatt, fast schon auf dem Gipfel angekommen, sagt Anna Careborg, die Chefredakteurin. Die Tageszeitung gilt als Vorzeigeprojekt, wenn es um Digitalisierung geht.

    Vor der Krise hatte ihre Redaktion einen digitalen Morgenreport entwickelt. Der läuft jetzt während der Corona-Zeit besonders gut – genau wie die Digitalabos und die Online-Artikel der Tageszeitung. Auch, weil es darin nicht nur um Corona geht, glaubt Anna Careborg: "Knapp die Hälfte der meistgelesenen Artikel hatte keinen Bezug zu Corona." Die Zeitung sei durch die Krise stärker geworden.

    Nutzerstatistik: Berg- und Talfahrt

    Nun gehe es darum, die neuen Nutzer zu halten und davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, für Qualitätsjournalismus zu bezahlen. Allerdings ist auch die Nutzer-Statistik eine Berg- und Talfahrt. Wie kann man diese Abwanderung vermeiden und die neuen Leserinnen und Leser halten?

    Das fragen sich auf der Digitalkonferenz "beBeta" auch Chefredakteurinnen aus Deutschland – wie Swantje Dake von der Stuttgarter Zeitung: "Wir hatten relativ schnell umgeschwenkt auf das Thema Service. Was brauchen die Menschen denn jetzt, wenn sie drinnen sein müssen, wenn sie Kinder betreuen müssen? Welche Bücher kann ich lesen, welches Programm bietet mein Kino an, wie kann ich Sport machen?" Weil ihre Angebote so beliebt sind, könne die Zeitung jetzt sogar mehr an der Bezahlschranke verlangen, berichtet Swantje Dake.

    Vor allem Service ist gefragt

    Eine andere Art von Service gibt es bei der Schwäbischen Zeitung. Sie hat einen Faktencheck etabliert. Per WhatsApp können Leserinnen und Leser Meldungen einschicken, die ihnen komisch vorkommen. Die Meldungen werden dann von der Redaktion überprüft und im Zweifel als Falschnachricht entlarvt. Stellvertretende Chefredakteurin Steffi Dobmeier hofft, dass Redaktion und Leserschaft so enger zusammenrücken: "Ich glaube, dass Lokaljournalismus da einen ganz wichtigen Beitrag leisten kann, einfach, weil er vor Ort aufklären kann, was hier passiert, was hier auch richtig und falsch läuft, rein faktenbasiert."

    Ob Newsletter, Faktenchecks oder Service-Angebote: Damit die neuen Leser wirklich bleiben, braucht es "digitale Rituale", meint Yannick Dillinger von der Augsburger Allgemeinen. Er hält die Umstellung auf mehr digital nicht für einen Sprint, sondern für einen Marathon: "Ich glaube, darum geht's! Wir müssen im Alltag unverzichtbar werden. Wir müssen jetzt ranklotzen, dass es so bleibt."

    Auch BR24 hat ein kleines Team, das für Faktenchecks und Hintergründe zu oft gestellten Fragen zuständig ist und Bilder oder Videos auf Echtheit checkt. Mehr Infos und Recherchen vom #Faktenfuchs gibt's hier.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!