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Corona-Krise: Wie das Virus der Digitalisierung Beine macht | BR24

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Die Corona-Krise könnte digitale Dienste populär machen

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    Corona-Krise: Wie das Virus der Digitalisierung Beine macht

    Homeoffice, Telemedizin, Heimkino: Die Corona-Krise zwingt manchen von uns, Arbeit und Unterhaltung in die eigenen vier Wände zu verlagern. Das könnte in einigen Bereichen die Digitalisierung beschleunigen.

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    Gegen das Corona-Virus kann offenbar auch der berühmteste Leinwand-Agent der Welt nichts ausrichten: Der neue James Bond-Film sollte eigentlich im April in den Kinos anlaufen, verschiebt sich nun aber auf November. Auch andere Filme könnten sich verzögern und so denken einige Hollywood-Studios darüber nach, ihre Streifen direkt auf Streaming-Plattformen wie Netflix oder Disney + zu veröffentlichen. Streaming-Plattformen könnten vom Corona-Bann der Kinos profitieren, und den Niedergang der Lichtspielhäuser beschleunigen. Die Netflix-Aktie zumindest gehört tendenziell zu den Profiteuren der Corona-Pandemie.

    Microsoft: Sechs mal mehr "Teams"-Nutzer

    Ähnlich sieht es bei Unternehmen wie Zoom, Slack oder Teamviewer aus, Anbieter von Kollaborationstools, die einem das Arbeiten aus dem Homeoffice erleichtern sollen. Microsoft hat eine Versechsfachung der Nutzung seines Tools "Teams" verbuchen können. Manche Software-Unternehmen nutzen Corona auch als Anlass, um die Preise ihrer Produkte zu senken oder bestimmte Funktionen, die sonst nur Premiumnutzern vorbehalten sind, umsonst anzubieten.

    Mitarbeiter befürworten Homeoffice

    Kein Wunder: Große US-Techkonzerne haben ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, aber auch in Deutschland sehen sich Betriebe dazu gezwungen, ihrer Belegschaft Heimarbeit zu verordnen. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft liebäugeln drei Viertel der Befragten mit einer Homeoffice-Lösung wegen des Corona-Viruses und 58 Prozent wünschen sich Heimarbeit ausdrücklich.

    Nicht alle Unternehmen scheinen darauf allerdings ausreichend vorbereitet zu sein: Lauter einer Studie des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg bieten in Deutschland derzeit etwa ein Viertel der Betriebe die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an. Oft lässt die Tätigkeit Heimarbeit nicht zu, aber auch Datenschutzbedenken sprechen manchmal dagegen oder fehlende technische Voraussetzungen.

    Durchbruch für Telemedizin?

    Den Trend zum Heimarbeitsplatz könnte die Corona-Krise jetzt ebenso beschleunigen, wie den zur Telemedizin. Das ärztliche Wartezimmer gilt als potenzieller Ansteckungsherd. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die aus einem Risiko-Gebiet kommen oder Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, nicht einfach die Praxis aufsuchen, sondern den Bereitschaftsdienst unter 116117 kontaktieren sollen. Bislang war den Deutschen die Ferndiagnose eher suspekt, obwohl die Fernbehandlung per Video hierzulande bereits seit 2018 möglich ist. Ärzte boten bislang eher selten elektronische Konsultationen an. Allerdings gibt es schon längst Fernbehandlungsportale wie Deutsche Arzt AG oder Arztkonsultation.de, die nun schlagartig bekannter werden dürften.

    Es wird Gewinner geben - aber auch Verlierer

    Profitieren dürften auch Dienste wie Peloton. Die Firma vertreibt ein Fitness-Rad mit großem Bildschirm. Für einen monatlichen Mitgliedsbeitrag können Sportbegeisterte an gestreamten Kursprogrammen teilnehmen. Das Versprechen von Peloton ist es, eine Alternative zum Fitnessstudio zu bieten. Eine Alternative, die gut passt in eine Zeit, in der die eigenen vier Wände immer mehr zum Rückzugsort werden. Corona wird diese Entwicklung beschleunigen und hierbei wird es Gewinner geben, aber auch Verlierer.

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