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In Deutschland sind gefälschte Impfpässe im Umlauf

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    Betrüger bringen gefälschte Impfpässe in Umlauf

    Sie werden mit Stempel, Unterschrift und Chargen-Aufklebern angeboten und wirken auf den ersten Blick wie echt: Impfpässe mit gefälschtem Corona-Schutznachweis, die über den Messengerdienst Telegram gehandelt werden. Die Polizei warnt.

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    Von
    • Shahrzad Eden Osterer

    Wer bald in bestimmte Regionen reisen möchte, braucht möglicherweise einen Nachweis über eine Covid19-Impfung. Es gibt aber Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten - und genau das macht die gefälschten Dokumente interessant für Betrüger. Laut einem Bericht des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" werden Impfpässe der großen Impfzentren wie Frankfurt, Düsseldorf und Augsburg gefälscht und kosten in etwa 150 Euro. Manche Händler bieten sogar Mengenrabatt an.

    Auch dass inzwischen manche Bundesländer wie Baden-Württemberg und Berlin mehr Freiheiten für geimpfte Menschen beschlossen haben, schafft zusätzlichen Anreiz für die Fälschungen und alarmiert die Behörden. Der Berliner Senat hat beispielsweise einen Beschluss gefasst, demzufolge geimpfte Menschen ohne einen Corona-Test künftig shoppen gehen oder Museen besuchen dürfen.

    Verkauf und Erwerb von gefälschten Pässen strafbar

    Nicht nur mit dem Verkauf, sondern auch mit dem Erwerb eines solchen Dokument macht man sich strafbar, sagt Professor Christoph Safferling, Strafrechts-Experte von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. "Nach dem Strafgesetzbuch ergeben sich zwei Straftatbestände: Fälschung von Gesundheitszeugnissen und Urkundenfälschung. Hinzu käme noch der Missbrauch eines Titels, sich also beispielsweise als Arzt auszugeben, wenn das nicht der Wahrheit entspricht", sagt Safferling BR24.

    Blanko-Impfpässe sind in Deutschland frei verkäuflich

    Das Hessische Landeskriminalamt teilte "Report Mainz" mit, es habe den Handel mit gefälschten Impfpässen im Fokus und werde dagegen strafrechtlich ermitteln. Blanko-Impfpässe seien frei erhältlich, was zu einem erhöhten Angebot an gefälschten Impfbescheinigung führe. Auch die Bayerische Polizei ist alarmiert. Verwundert sei man hier aber nicht, heißt es auf BR24-Anfrage. Von allen Dokumenten, die heiß begehrt sind, gäbe es früher oder später auch Fälschungen, sagt ein Pressesprecher.

    Bund plant digitale Impfpässe

    Zusätzlich zu den fälschbaren Papier-Impfpässen soll in Deutschland noch vor den Sommerferien die Möglichkeit bestehen, einen vollständigen Impfschutz durch eine Smartphone-App nachzuweisen. Dafür soll Impfzentren und Arztpraxen entsprechende Software zur Verfügung gestellt werden. So soll auch Mobilität innerhalb der EU für geimpfte Personen erleichtert werden.

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