BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Luca-App in Bayern - Das müssen Sie wissen | BR24

© BR
Bildrechte: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto

Wenn es um die Nachverfolgung von Corona-Kontakten geht, setzt Bayern künftig auf die neu entwickelte Luca-App.

29
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Luca-App in Bayern - Das müssen Sie wissen

Wie andere Bundesländer setzt jetzt auch Bayern auf die Luca-App zur Nachverfolgung von Corona. Wir erklären, was das bedeutet, wie die Luca-App funktioniert und was sie von der Corona-Warn-App unterscheidet.

29
Per Mail sharen
Von
  • Gregor Schmalzried

Schon seit einigen Wochen kann jeder die Luca-App zur Corona-Kontaktverfolgung kostenlos aufs Smartphone laden. Nun hat auch der Freistaat beschlossen, die Luca-App zur Kontaktverfolgung zu benutzen.

Was bedeutet es, dass die Luca-App in Bayern kommt?

Das bedeutet, dass die bayerischen Gesundheitsämter Informationen mit der App austauschen sollen. Bayern ist nicht das erste Bundesland, das die Luca-App einsetzt, auch Baden-Württemberg und Thüringen sind schon dabei.

Wie funktioniert die Luca-App? Wo liegt der Unterschied zur Corona-Warn-App und helfen uns Apps aus dem Lockdown? Die wichtigsten Fragen und Antworten klärt Dominic Possoch mit Gregor Schmalzried von der BR24-Netzwelt im BR24Live.

Was ist der Gedanke hinter der Luca-App?

Mit Luca sollen Restaurants und Veranstalter die "Zettelwirtschaft" ersetzen können, die beim Eintragen der Gäste entsteht. Anstatt jedes Mal beim Betreten eines Restaurants, eines Kinos, eines Stadions oder jeder anderen Gelegenheit, bei der Menschen zusammen kommen, erneut Namen, Adresse und Telefonnummer hinterlassen zu müssen, brauchen Veranstalter und Gast nur die App installiert zu haben und dort einmal ihre Daten zu hinterlassen.

Wer das Gelände betritt, scannt einen QR-Code, die Daten werden erfasst und können im Falle einer festgestellten Infektion mit den Gesundheitsämtern geteilt werden. Schon im letzten Sommer waren ähnliche Apps in manchen Restaurants im Einsatz. Luca bietet aber eine direkte Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern und soll damit für schnellere und einfachere Übertragungen sorgen.

Was ist der Unterschied zur Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App funktioniert passiv – sie sucht nebenbei nach Kontakten, die uns nahe kommen, ohne dass wir etwas davon merken. Die Luca-App wird aktiv benutzt: Wenn wir an einen Ort kommen, der die Luca-App unterstützt, können wir den Code scannen und unser Check-In wird registriert.

Der Vorteil: Die Luca-App ist mit klassischen Daten auf Stift und Papier kombinierbar. Die Corona-Warn-App, für die nun ebenfalls eine Check-In-Funktion geplant ist, macht es nicht möglich, sie mit Daten von außerhalb zu kombinieren.

Wie schwer ist es, die Luca-App einzurichten?

Die Installation und Einrichtung der Luca-App sind sehr unkompliziert. Man muss sie lediglich aus dem App Store für iPhones oder dem Google Play Store für Smartphones anderer Marken herunterladen, und einmal die eigenen persönlichen Daten eintragen. Hier ist es wichtig, korrekte Daten einzutragen, da das Gesundheitsamt sonst seine Nachverfolgungsarbeit möglicherweise nicht machen kann.

Warum wird die Luca-App kritisiert?

Die Luca-App musste in den letzten Wochen jede Menge Kritik einstecken. Beispielsweise wird kritisiert, dass die App in Zoos eingesetzt wird, dort jedoch nur ein Code für ein riesiges Gebiet zur Verfügung steht. Das könnte dazu führen, dass ein Zoo-Besucher bei der Kontaktnachverfolgung vor einer möglichen Infektion gewarnt werden könnte, obwohl er von der infizierten Person jederzeit über einen Kilometer entfernt war.

Ein weiteres Problem: Die Codes zum Einchecken lassen sich theoretisch von überall benutzen. Wenn man den Code hat, ist es möglich, vom heimischen Sofa aus bei einer Party einzuchecken, die mehrere Bundesländer entfernt stattfindet. So hatten beispielsweise über 100 Menschen in der Nacht zu Mittwoch im Zoo Osnabrück eingecheckt – darunter der Satiriker Jan Böhmermann. In den Twitter-Trends kursierte der Hashtag "#LucaFail".

Fachleute aus der IT-Szene werden auch immer wieder auf Lücken und Mängel in der App aufmerksam. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass sich die Anzahl der Besucher an einem Check-In – und möglicherweise weitere Informationen – mit ein paar Tricks von jedem herausfinden lassen.

Dass es bei einer App in den ersten Monaten nach ihrer Entwicklung noch zu Problemen und Herausforderungen kommt, ist durchaus üblich. Allerdings wurden von den Bundesländern bereits mehrere Millionen Euro an die Entwickler der Luca-App gezahlt – die App sollte demnach als fertiggestellt betrachtet werden. Auch deshalb ist die Kritik an der App entsprechend laut.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!