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Wenn es um die Nachverfolgung von Corona-Kontakten geht, setzt Bayern künftig auf die neu entwickelte Luca-App.

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Versprechen und Risiken der Luca-App - Das müssen Sie wissen

Auch Bayern will in Zukunft auf die Luca-App zur Nachverfolgung von Corona setzen. Wir erklären, wie die Luca-App funktioniert, was sie von der Corona-Warn-App unterscheidet und warum sie von IT-Fachleuten kritisiert wird.

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Von
  • Gregor Schmalzried

Schon seit einigen Wochen kann jeder die Luca-App zur Corona-Kontaktverfolgung kostenlos aufs Smartphone laden. Auch Bayern hat beschlossen, die Luca-App zur Kontaktverfolgung zu benutzen. Über den April wollte Bayern alle Gesundheitsämter an Luca anschließen. Das bedeutet, dass die bayerischen Gesundheitsämter Informationen mit der App austauschen sollen.

Was ist der Gedanke hinter der Luca-App?

Mit Luca sollen Restaurants und Veranstalter die "Zettelwirtschaft" ersetzen können, die beim Eintragen der Gäste entsteht. Anstatt jedes Mal beim Betreten eines Restaurants, eines Kinos, eines Stadions oder jeder anderen Gelegenheit, bei der Menschen zusammen kommen, erneut Namen, Adresse und Telefonnummer hinterlassen zu müssen, brauchen Veranstalter und Gast nur die App installiert zu haben und dort einmal ihre Daten zu hinterlassen.

Wer das Gelände betritt, scannt einen QR-Code, die Daten werden erfasst und können im Falle einer festgestellten Infektion mit den Gesundheitsämtern geteilt werden. Schon im letzten Sommer waren ähnliche Apps in manchen Restaurants im Einsatz. Luca bietet aber eine direkte Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern und soll damit für schnellere und einfachere Übertragungen sorgen.

Was ist der Unterschied zur Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App funktioniert passiv – sie sucht nebenbei nach Kontakten, die uns nahe kommen, ohne dass wir etwas davon merken. Die Luca-App wird aktiv benutzt: Wenn wir an einen Ort kommen, der die Luca-App unterstützt, können wir den Code scannen und unser Check-In wird registriert.

Der Vorteil: Die Luca-App ist mit klassischen Daten auf Stift und Papier kombinierbar. Die Check-In-Funktion der Corona-Warn-App macht es nicht möglich, sie mit Daten von außerhalb zu kombinieren.

Wie schwer ist es, die Luca-App einzurichten?

Die Installation und Einrichtung der Luca-App sind sehr unkompliziert. Man muss sie lediglich aus dem App Store für iPhones oder dem Google Play Store für Smartphones anderer Marken herunterladen, und einmal die eigenen persönlichen Daten eintragen. Hier ist es wichtig, korrekte Daten einzutragen, da das Gesundheitsamt sonst seine Nachverfolgungsarbeit möglicherweise nicht machen kann.

Warum wird die Luca-App kritisiert?

Die Luca-App wird von einigen IT-Fachleuten scharf kritisiert. Zuletzt haben 70 IT-Sicherheitsforscherinnen und -forscher in einer Stellungnahme gefordert, sich bei der Kontaktnachverfolgung stattdessen auf dezentrale Lösungen wie die Corona-Warn-App zu fokussieren. Das Start-Up hinter der Luca-App sei durch "konzeptionelle Sicherheitslücken" und einem "fehlenden Verständnis von fundamentalen Sicherheitsprinzipen" aufgefallen.

Weil die Luca-App, anders als die Corona-Warn-App Daten an einem zentralen Ort speichert, kann diese Datensammlung zum Ziel für Hacker-Angriffe werden - ähnlich wie den gesammelten Userdaten von Internetkonzernen wie Google und Facebook.

Die Betreiber der Luca-App reagierten in einer eigenen Stellungnahme auf die Vorwürfe. Sie betonten, dass die Luca-App die strengen Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung einhalte, und seinen Quellcode transparent und öffentlich gemacht habe.

Ein weiteres Problem für die Luca-App: Die Codes zum Einchecken lassen sich theoretisch von überall benutzen. Wenn man den Code hat, ist es möglich, vom heimischen Sofa aus bei einer Party einzuchecken, die mehrere Bundesländer entfernt stattfindet. So hatten beispielsweise über 100 Menschen in der Nacht zu Mittwoch im Zoo Osnabrück eingecheckt – darunter der Satiriker Jan Böhmermann. In den Twitter-Trends kursierte der Hashtag "#LucaFail".

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