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Das LSI zieht eine Zwischenbilanz und weist dabei auf die neuen IT-Gefahren durch die Corona-Pandemie hin.

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Corona als Turbo, aber auch Gefahr in der Digitalisierung

Bayerns Finanzminister Füracker ist überzeugt, dass die Corona-Krise die IT-Kompetenz deutlich vorangetrieben hat. Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sieht dabei ganz neue Gefahren aufziehen, auf die sich alle einstellen müssen.

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Von
  • Christian Sachsinger

Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz LSI, ist so etwas wie die Experten- und Notfalltruppe, wenn es um Internetsicherheit im Freistaat geht. Die Behörde wurde im Dezember 2017 gegründet und untersteht dem Finanzministerium. 200 IT-Profis will man seitdem ins Team holen, 107 konnte man bislang anheuern, wie LSI-Chef Daniel Kleffel bei der Vorstellung einer Zwischenbilanz für seine Einrichtung mitteilte.

Neue Möglichkeiten für Hacker durch Corona

Während Finanz- und Heimatminister Füracker den Satz zitiert, dass die Corona-Pandemie bei der Digitalisierung soviel vorangebracht habe, wie alle CIOs (Technikvorstände in Unternehmen) in den vergangen Jahren nicht, verweist Kleffel auf die zusätzlichen Herausforderungen, die gerade durch Corona entstanden sind. Das LSI muss täglich 1,5 Milliarden Datensätze durchforsten, um jene vielleicht zehn Mails, Dateien oder Codes zu finden, die die Sicherheit gefährden könnten.

Während der Pandemie gab es dabei mehrere zusätzliche Angriffspunkte. So versuchten Kriminelle, die Unterstützungsanträge für Hilfsgelder zu manipulieren, um die Gelder auf ihre Konten umzuleiten. Ferner ergeben sich neue Einfallstore für Hacker, etwa durch die digitale Organisation von Impfterminen und durch den Einsatz von Apps zum Einchecken in Restaurants, die mit den Gesundheitsämtern vernetzt werden. Laut Kleffel besteht durchaus die Gefahr, dass die Gesundheitsämter lahmgelegt werden.

Bayern will im Netz-Krieg bestehen

Der LSI-Chef spricht, genauso wie sein Vorgesetzter Füracker, von einem "Cyberwar", den es zu gewinnen gelte. Ins Visier kommt bei diesem Krieg auch zunehmend kritische Infrastruktur. Das zeigt sich Kleffel zufolge etwa anhand der Attacke auf eine Wasseraufbereitungsanlage im US-Staat Florida. Dort hatten Hacker versucht, die Chemikalienzufuhr um das Hundertfache zu erhöhen und so das Wasser im öffentlichen Versorgungsnetzwerk zu verseuchen.

Für solche Fälle will man in Bayern unbedingt gewappnet sein. Besonders geschützt werden müssen auch Krankenhäuser. Sie sollen demnächst bestimmte Mindestanforderungen bezüglich der Internet-Sicherheit erfüllen. Die Truppe des Landesamtes möchte die Kliniken dabei unterstützen, ihre IT-Security auf den aktuellen Stand zu bringen.

Eindringlich fordern Minister und LSI-Chef Kommunen, Unternehmen und auch Bürger auf, sich beim Landesamt Rat und Unterstützung zu holen, um diesen Netz-Krieg am Ende nicht doch zu verlieren.

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