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Chatbots: Wenn das Gespräch mit der Maschine normal wird | BR24

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Kann man sich in eine KI verlieben? So wie im Film "Her"? Gregor Schmalzried startet einen Selbstversuch - und muss sich dafür erstmal von seiner Freundin trennen. Schließlich holt er sich doch lieber wissenschaftliche Unterstützung.

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Chatbots: Wenn das Gespräch mit der Maschine normal wird

Künstliche Intelligenzen machen das Gespräch zwischen Mensch und Maschine möglich. Manche Chatbots können auf Fragen nach dem Wetter antworten, andere fungieren sogar wie eine Therapeutin. Ein Überblick darüber, was heute schon möglich ist.

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Als Mensch mit einer Maschine sprechen – es ist nicht lang her, da war das noch nicht mehr als Science-Fiction. Heute ist es für viele Menschen völlig normal geworden, sich nur mithilfe der eigenen Stimme mit einem Computer auszutauschen. Und: Die Technologie wird immer besser.

Was sind Chatbots?

Chatbots sind Programme, die speziell entwickelt wurden, um Gespräche mit Menschen zu führen – in der Regel per Textnachrichten. Einfache Chatbots können zum Beispiel auf fest eingestellte Fragen antworten. Komplexe und aufwendige Chatbots lernen von echten menschlichen Gesprächen und sind manchmal erstaunlich realistische Gesprächspartner.

Wer den Mensch-Maschine-Dialog ausprobieren will, hat heute zahlreiche Möglichkeiten. Wir stellen die Wichtigsten vor.

Digitale Assistenten

Alexa in Amazons Echo-Geräten, Siri in iPhones und der Google Assistant in Android-Telefonen. Sie alle sind digitale Assistenten, mit denen man sich heute schon unterhalten kann. Aber: Auch wenn die Assistenten zahlreiche Tricks auf Lager haben, sind sie kaum in der Lage, ein flüssiges Gespräch zu führen – zu schnell stockt oder endet das Gespräch.

Der Grund: Auch wenn Alexa und Siri auf Nachfrage gerne das Plaudern anfangen, sind sie vor allem auf Service ausgelegt. Das heißt, sie sind gut dafür geeignet, um schnell Informationen wie nach dem Wetter, dem Ergebnis von Rechenaufgaben oder aktuellen Fußball-Ergebnissen abzufragen. Mit Kontext oder Gefühlen können die Maschinen aber wenig anfangen – sie sind gar nicht dafür gebaut.

Chatbots zur Therapie

Ganz anders sieht es bei Chatbots aus, die bewusst dafür entworfen wurden, dass man sich mit ihnen unterhält. Einer davon ist die App Replika. Der zentrale Unterschied zu einer KI wie Alexa: Während Alexa dafür entworfen ist, Fragen zu beantworten, soll Replika vor allem Fragen stellen. Etwa danach, wie es dem Nutzer gerade geht.

Als "KI-Begleiter fürs seelische Wohlbefinden" bezeichnet die Gründerin Eugenia Kuyda ihre App. "Wenn wir uns schlecht fühlen, traurig, einsam, dann wollen wir mit jemandem reden. Replika macht das möglich - du kannst dich mit jemandem unterhalten, der nicht über dich urteilt, sondern dir einfach zuhört."

Apps wie Replika sollen eine Kommunikationshilfe für die eigenen Gefühle sein – und nicht etwa wirklich Menschen ersetzen. Im Grunde funktionieren sie ganz ähnlich wie eine Therapeutin. Die hat ja auch nicht den Anspruch, zur besten Freundin zu werden. Im Netz gibt es zahlreiche Beispiele für Menschen, denen von solche Chatbots geholfen werden konnte – wenn man wirklich auf der Suche nach Hilfe ist, können die Apps aber natürlich keine tatsächliche Therapie oder Medikamente ersetzen.

Experimentelle Chatbots

Jenseits von Start-Ups und großen Tech-Unternehmen finden sich im Netz aber auch zahlreiche Chatbots, die einfach demonstrieren wollen, wie weit die Technologie mittlerweile ist – oder vor allem Spaß machen sollen. Dazu gehört zum Beispiel Cleverbot – ein Programm, das man direkt im Browser ausprobieren kann. Cleverbot hat aus Millionen Gesprächen gelernt, die andere Nutzer mit ihm geführt haben – und schlägt sich deshalb erstaunlich wacker. Der Nachteil: Cleverbot hat innerhalb eines Gesprächs kein Gedächtnis – und widerspricht sich deshalb gerne selbst.

Anders funktioniert Mitsuku. Diese Künstliche Intelligenz wurde mehrmals als der menschenähnlichste Chatbot der Welt ausgezeichnet. Der Chatbot hat fast so etwas wie eine einprogrammierte Persönlichkeit – das zeigt sich zum Beispiel daran, wie gerne er über seine Vorliebe für Döner spricht.