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CES 2020: Mehr Spaß im Bett? Sex Toys auf der CES | BR24

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Ein kalifornischer Hersteller für Sex-Spielzeug soll auf der Technik-Messe CES mit einem Innovationspreis ausgezeichnet werden. Das Sex-Spielzeug kann nicht nur via App gesteuert werden, es misst auch die Intensität von Orgasmen.

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CES 2020: Mehr Spaß im Bett? Sex Toys auf der CES

Ein kalifornischer Hersteller für Sex-Spielzeug soll auf der Technik-Messe CES mit einem Innovationspreis ausgezeichnet werden. Das Sex-Spielzeug kann nicht nur via App gesteuert werden, es misst auch die Intensität von Orgasmen.

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Ein halbes Jahr habe es gedauert, bis sich Start-up-Gründerin Anna Lee traute, ihrer Mutter zu erzählen, an was sie arbeitet. "Sie kam in unser Büro und ihr die ganzen Prototypen gezeigt. Meine Mutter wurde dann ganz leise. Ich hab schon das schlimmste befürchtet. Dann sagte meine Mutter, dass sie als junge Frau auch einen Vibrator besessen habe", erzählt Anna Lee, die Lioness gegründet hat, ein Start-up in Oakland, am Rande des Silicon Valley. Zwei Stunden hätten Mutter und Tochter danach über Sexualität und das das erste Mal gesprochen. Dinge über die Mutter und Tochter sonst nie reden würden.

"Du bist total normal"

Die 28-jährige Frau hat an der Elite-Uni in Berkeley Maschinenbau studiert. Sie komme aus einer eher konservativen, christlichen Familie, erzählt die Ingenieurin, deren Eltern aus Südkorea eingewandert sind. Die meisten Sex-Toys seien in einem Karton verpackt - mit dem Foto eines Porno-Stars darauf, sagt Anna Lee. Benutzt man sie und es passiere nichts, denke man als Frau, dass etwas mit einem nicht stimme, sagt die ehemalige Amazon-Mitarbeiterin. Mit Hilfe eines von ihr entwickelten Geräts könne nun jede Frau sagen: Ja, Du bist total normal, jeder reagiert eben anders.

Sensoren, Daten, eigene App

Das Sex-Spielzeug von Anne Lee verfügt über mehrere Sensoren, es zeichnet die Bewegungen des Beckenbodens auf. Beim sexuellen Höhepunkt zieht sich dieser mehrfach zusammen. Die Smartphone-App von Lioness nimmt genau diese Daten auf, mit Hilfe von zwei Vierfach-Sensoren die in den Vibrator eingebaut sind und die vaginalen Kontraktionen im Beckenboden tracken. Anschließend kann man sich die aufgenommenen Diagramme ansehen. Die App gibt einem dann Tipps, wie man das Spielzeug besser nutzen kann.

"Während des Orgasmus sieht man sehr viele rhythmische Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur. Wir haben herausgefunden, dass jede Frau anders reagiert. Es macht Spaß, die Ergebnisse mit meiner besten Freundin zu vergleichen. Ich lerne dadurch, wie mein Körper auf sexuelle Erregung reagiert." Anna Lee vom Start-up Lioness.

Weit weniger erregend war für Anna Lee und ihre Mitgründerin Liz die Suche nach Investoren. Selbst im liberalen Silicon Valley haben sie nur schwer Geldgeber gefunden, die an das Start-up glaubten. "Bei Meetings haben wir den Vibrator auf den Tisch gelegt und gesagt, dass sie den auch in die Hand nehmen können. Bei den Investoren, die gesagt haben - nee, den wollen wir lieber nicht berühren, wussten wir sofort, dass das nichts wird." Am Ende hätten sie aber doch ein paar mutigere Investoren gefunden.

Besserer Solo-Sex dank Firmware Update

Kommende Woche wird für das umgerechnet gut 210 Euro teure Sex-Spielzeug von Lioness ein großes Firmware Update herauskommen. Dann können die Geräte noch genauere Tipps geben. Denn alle Daten werden anonymisiert an das Unternehmen geschickt. Mithilfe von Schwarmintelligenz konnten so bislang die Ergebnisse von 30.000 Messungen analysiert werden. Eventuell wollen die Gründerinnen auch mit Universitäten zusammenarbeiten, um so die Sexualforschung zu unterstützen.