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Bundesregierung startet Förderung der Games-Branche | BR24

© picture alliance / ZB

Dorothee Bär und Andreas Scheuer bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreis in Berlin.

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    Bundesregierung startet Förderung der Games-Branche

    Die Entwicklung von Computerspielen aus Deutschland wird ab sofort finanziell unterstützt. Verkehrsminister Scheuer verspricht einen zweistelligen Millionenbetrag für die Branche - die hatte schon länger auf eine solche Förderung gepocht.

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    Insgesamt 50 Millionen Euro sind im aktuellen Bundeshaushalt vorgesehen, um Computerspiele zu fördern, die in Deutschland entwickelt werden. "Wir starten direkt mit einer Pilotphase für kleinere Vorhaben bis 200.000 Euro Förderung", erklärte Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für digitale Infrastruktur, bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises.

    Das Ministerium will das Geld in zwei Stufen zur Verfügung stellen. Größere Förderbeträge sollen erst verteilt werden, wenn die EU-Notifizierung in einigen Monaten abgeschlossen ist, also die Europäische Kommission entsprechend über die Pläne informiert wurde.

    Wichtig, um auf dem Games-Markt zu bestehen

    Die Games-Branche - auch in Bayern - hat sich schon länger für eine Förderung nach dem nun vorgestellten Modell eingesetzt. Johannes Roth, Gründer und Managing Director von mimimi Games, ein Spieleentwickler aus München, sieht den Schritt der Bundesregierung positiv, macht aber Einschränkungen:

    "Sofern sich die Umsetzung an unserem Konzept orientiert und sich Spiele dadurch sinnvoll fördern lassen, halten wir sehr viel davon. Für uns ist dieses Programm ein extrem wichtiger Meilenstein, um auf einem globalen und stark umkämpften Markt besser agieren zu können." Johannes Roth, Gründer und Managing Director mimimi Games

    50 Millionen Euro Fördersumme

    Wie konkret die Förderung ablaufen soll, ist bislang noch unklar. Die Summe von 50 Millionen Euro hält Roth für angemessen. Ein Ausbau über die nächsten Jahre sei angedacht. Roth war Teil der Arbeitsgruppe, die sich im Verband der deutschen Gamesbranche (game) darum gekümmert hat, ein entsprechendes Konzept zur Förderung der Branche vorzulegen.

    "Da grundsätzlich davon auszugehen ist, dass mindestens 50 Prozent Eigenanteil zu liefern sind – das heißt auf die 50 Millionen Euro Förderung müssen nochmal 50 Millionen Euro Investment seitens der Branche getätigt werden – müssen wir jetzt aber auch erst einmal zeigen, dass wir diese Summen auch gut gestemmt kriegen." Johannes Roth, Gründer und Managing Director mimimi Games

    Koalitionsversprechen: Games-Standort wettbewerbsfähiger machen

    Mit der finanziellen Unterstützung der Games-Branche löst die Bundesregierung auch eines ihrer Koalitionsversprechen ein. CDU, CSU und SPD hatten sich darin auf einen Games-Fonds geeinigt. Ziel der Förderung ist es demnach, den Entwicklerstandort in Deutschland zu stärken und international wettbewerbsfähiger zu machen. Digitalstaatsministerin Dorothee Bär betonte bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises, der Games-Branche komme eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Technologien zu, von denen auch andere Medienbranchen profitierten - beispielsweise Virtual Reality.

    In der Vergangenheit standen sich Politik und Gamesbranche nicht unbedingt zuneigend gegenüber. Nach Ansicht von Roth hat sich das inzwischen verändert. "Wir sind im konstruktiven Dialog und werden ernstgenommen. Um ein so starkes Medium kommt man auch nicht mehr herum, geschweige denn um die vielen Wähler, die sich damit identifizieren."