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Bundesregierung plant 2020 TÜV für künstliche Intelligenz | BR24

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Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft. Eine wichtige Rolle spielt dabei KI, die deshalb nun politisch gestaltet werden soll.

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Bundesregierung plant 2020 TÜV für künstliche Intelligenz

Welche Auswirkungen hat Künstliche Intelligenz auf uns alle und welche Grenzen muss man ihr womöglich setzen? Das will die Bundesregierung bald systematisch testen. Anfang 2020 soll es damit schon losgehen.

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Künstliche Intelligenz den Programmierern und sich selbst zu überlassen, könnte keine gute Idee sein. Immer wieder warnen Experten davor und fordern, für schlaue Systeme gesellschaftlich erwünschte rote Linien und ethische Richtlinien zu schaffen. Wer ist dafür verantwortlich, wenn ein autonom fahrendes Auto in eine Menschenmenge rast? Wie gehen wir damit um, wenn Algorithmen darüber entscheiden, ob jemand zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird? Und was bedeutet es, wenn zukünftig Softwareprogramme festlegen, ob ein Kredit vergeben werden soll oder nicht?

Experten für KI-TÜV werden gesucht

Solche Fragen will die Bundesregierung nun aktiv klären, indem es eine Art TÜV für Künstliche Intelligenzen ins Leben ruft. Das hat das Arbeitsministerium bestätigt. Ein sogenanntes KI-Observatorium soll demnach zunächst Teil des Ministeriums von Hubertus Heil werden. Die Suche nach den benötigten Experten läuft demnach bereits.

Neues Bundesinstitut soll sich um Automatisierung kümmern

Mittelfristig ist aber auch geplant, eine eigene Behörde dafür einzurichten, ein eigenes Bundesinstitut mit deutlich mehr Personal, in dem man sich um Chancen und Risiken der neuen Technologie kümmern soll. Die Experten werden zum Beispiel darauf schauen, wie die Künstliche Intelligenz sich auf Jobs auswirkt – oder welche ethischen Probleme es gibt. Zum Beispiel, wenn autonom fahrende Autos in gefährlichen Situationen entscheiden müssen – und es dabei möglicherweise auch darum geht, dass Menschen verletzt oder getötet werden. Auch die Automatisierung im Handel oder bei Banken soll beleuchtet werden, die schon jetzt Jobs kostet.

Arbeitsmarkt der Zukunft soll politisch gestaltet werden

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass in den nächsten gut 15 Jahren in Deutschland fast 1,5 Millionen Jobs durch die Digitalisierung überflüssig werden könnten. Das IAB hat auch den Job-Futuromat entwickelt, der die Zukunfts-Chancen für jeden Job sofort berechnet. Berufe wie KassiererIn, FahrerIn oder Bedienung werden wohl aussterben. Aber auch AnwältInnen, ÄrztInnen und sogar ProgrammiererInnen müssen sich auf KI-Konkurrenz gefasst machen. Auf der anderen Seite könnten auch viele Arbeitsplätze entstehen – allerdings in anderen Bereichen und mit anderen Qualifikationsprofilen. Was unterm Strich in der Jobbilanz in einigen Jahren herauskommt, vermag derzeit niemand mit Gewissheit zu sagen. Doch selbst wenn deutlich mehr neue Jobs entstehen sollten, als alte verschwinden, muss dieser Wandel unbedingt von der Politik begleitet werden. Wohl auch deshalb soll der KI-TÜV zunächst beim Arbeitsministerium angesiedelt werden.