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Auslandstelefonate
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Autoren

Christian Avital
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Auslandstelefonate

Die Masche ist immer die gleiche. Das Handy klingelt meist nur einmal und wer dann zurückruft, der landet schnell bei einer teuren Nummer im Ausland. Das Verwirrende: die Nummern zeigen zum Beispiel die Anfangsziffernfolge +88. So beginnen die Ländervorwahlen von China und Bangladesch, aber auch die Ortsvorwahlen einiger oberbayerischer Gemeinden, wie etwa Weilheim oder Garmisch-Partenkirchen. Um solche Ping-Anrufe zu verhindern hatte die Bundesnetzagentur bereits im Januar 2018 angeordnet, dass der Anrufer vorher mit einer kostenlosen Preisansage darüber informiert werden muss, wie teuer der Rückruf für ihn wird. Die Anzeigepflicht galt zunächst für ein Jahr - jetzt wird sie erneuert.

Ab dem Signalton kann´s teuer werden

Die Regel gilt für 56 internationale Vorwahlen u.a. für Länder aus Afrika, Osteuropa und dem pazifischen Raum. Die Preisansage ist für den Anrufer bzw. die Anruferin kostenlos. Sie soll ihn/sie darüber aufklären, dass gerade eine ausländische Rufnummer gewählt wurde und der Anruf ab dem Signalton mit hohen Kosten verbunden sein kann.

"Preistransparenz schützt Verbraucher am besten vor unbedachten Rückrufen. Rufen die getäuschten Verbraucher zurück, können sie das Gespräch abbrechen, ohne dass Kosten entstehen." Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

Die Erneuerung der Ansagepflicht war offenbar dringend nötig geworden, denn laut Bundesnetzangentur hielten sich immer weniger Anbieter an die alte Regel. Allein im Januar meldeten sich 14.000 Betroffene bei der Bundesnetzagentur. Das waren so viele Beschwerden zu Ping-Anrufen, wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. In den vergangenen Wochen hat die Bonner Behörde wiederholt Anbietern untersagt, entsprechende Rückrufkosten in Rechnung zu stellen. Die Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter haben jetzt bis zum 1. März Zeit, die vorgeschriebenen Preisansagen für ausländische Nummern umzusetzen. Sonst drohen empfindliche Strafen aus Bonn.

Wer sich über Ping-Anrufe beschweren möchte, kann das bei der Bundesnetzagentur hier tun.

Autoren

Christian Avital

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse vom 08.02.2019 - 16:39 Uhr