Was schützt wirklich vor Bedrohungen im Netz?
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Was schützt wirklich vor Bedrohungen im Netz?

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    Brauche ich heute noch ein Virenschutz-Programm?

    Brauche ich heute noch ein Virenschutz-Programm?

    Antiviren-Software wird von Sicherheits-Experten heute seltener empfohlen als früher. Warum ist das so? Und was können Internetnutzer tun, um ihre Sicherheit im Netz zu erhöhen?

    "Wer im Internet unterwegs ist, braucht einen Virenscanner." So lautete jahrelang der Rat von Experten an quasi alle Internetnutzer. Nur Antivirus-Programme wie Avast, Norton oder Kaspersky könnten effektiv gegen Bedrohungen aus dem Netz vorgehen, so die Argumentation.

    Antivirus-Programme sind weniger beliebt als früher

    Heute hat sich das geändert. Viele Experten raten heute davon ab, eine extra Antiviren-Software auf dem Computer zu installieren. Woran liegt das?

    Es liegt nicht daran, dass die Bedrohungen im Netz weniger geworden sind. Cyberattacken durch Ransomware oder Computerviren gibt es nach wie vor, täglich werden persönliche Daten gestohlen und Computer gekapert. Und doch: Als etwa die New York Times sich kürzlich auf die Suche nach dem besten Antiviren-Programm machte, kam sie zu einem verblüffenden Ergebnis: Die beste Lösung sei es, gar keines zu kaufen.

    Fast alle User nutzen bereits Antiviren-Software

    Wer ein aktuelles Windows-System benutzt und darauf achtet, alle Updates zu installieren, für den gibt es gute Nachrichten: Er nutzt bereits den Windows Defender — den in Windows eingebauten Virenschutz. Der Windows Defender ist nicht perfekt, schneidet in den meisten Tests aber so gut ab wie Virenscanner, für die man extra bezahlen muss — oft sogar deutlich besser.

    Viele Bezahlprogramme liefern zwar bestimmte gesondere Schutzfunktionen, machen den Computer aber auch langsamer oder sind manchmal sogar selbst Einfallstor für Angreifer. Die Installation einer gesonderten Antiviren-Software sollte deshalb nach einer Abwägung erfolgen: Die Vorteile gegen die Nachteile. Für erfahrene Anwender, die sich gut mit Computersicherheit auskennen oder viel auf gefährlichen Websites unterwegs sind, kann ein bestimmter Virenschutz zwar das Richtige sein. Aber für viele User, darunter viele normale Privatanwender, verursacht ein extra Virenschutz möglicherweise mehr Probleme als er löst.

    Das sind die besten Sicherheits-Methoden

    Tatsächlich gibt es einige Tricks, die in nur kurzer Zeit für sehr viel mehr Schutz sorgen als eine Antiviren-Software. Dazu gehören etwa die Installation eines Passwort-Managers, das Ersetzen unsicherer Passwörter und das Nutzen von Zwei-Faktor-Authentizierung bei besonders sensiblen Accounts.

    Vor allem aber kommt man auch mit dem besten Virenscanner nicht um die wichtigste Aufgabe herum: Im Internet aufzupassen, auf welche Links man klickt und nicht den falschen Seiten seine persönliche Daten zu geben.

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