Die App Bluesky lädt auf einem Handy: Der Name ist Programm.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Fernando Gutierrez-Juarez

Die App Bluesky lädt auf einem Handy: Der Name ist Programm.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Bluesky: Hype um Twitter-Konkurrent vom Twitter-Gründer

Seit Monaten kommt Twitter kaum aus den Negativ-Schlagzeilen. User wenden sich teils ab – aber wohin? In den USA gilt die neue App Bluesky als ernstzunehmende Alternative. Sie kommt ausgerechnet vom ursprünglichen Twitter-Gründer.

Über dieses Thema berichtet: Computermagazin & Umbruch am .

Facebook 2004, Youtube 2005, Twitter 2006. Mitte der Nullerjahre gegründet, bestimmen diese drei Plattformen und ihre Töchter auch fast 20 Jahre später noch den Social-Media-Markt. Angebote wie TikTok oder auch BeReal kamen hinzu, die Platzhirsche blieben.

Vor allem der jüngste unter den drei Vorreitern geriet zuletzt jedoch in immer unruhigere Fahrwasser. Seit Milliardär Elon Musk Twitter übernommen hat, reißen die Negativ-Schlagzeilen nicht ab: Massenentlassungen, technische Unzuverlässigkeit, fehlende Content-Moderation, ein Erstarken von Hate-Speech und Fake News sind nur einige davon.

Alternative zu Twitter

Für so manchen drängt sich da die Frage nach einer Alternative zu Twitter auf. Genau damit beschäftigen sich Netzwelt-Redakteur Christian Sachsinger und Silicon-Valley-Reporter Marcus Schuler in der aktuellen Ausgabe von Umbruch, dem Tech-Podcast von BR24.

Denn tatsächlich sieht es derzeit danach aus, als ob in den USA mit Bluesky gerade eine recht ernstzunehmende Alternative entsteht, wie Marcus Schuler im Podcast berichtet: "Dieses neue, im Februar gestartete soziale Netzwerk hat das größte Potenzial, Twitter Konkurrenz zu machen. Bluesky bietet ähnliche Funktionen wie Twitter, bei denen Nutzer kurze Text- und Foto-Updates posten und teilen können."

Hype um Bluesky

Aktuell befindet sich die App allerdings noch in der Entwicklungsphase. Nur 50.000 Mitglieder sind bisher zugelassen, unter ihnen einige Prominente. Im Moment kann man sich als Otto-Normal-Nutzer dort nur auf eine Warteliste für Einladungen setzen lassen. "Zugänge werden für 400 Dollar und mehr auf Ebay gehandelt", weiß Schuler.

Die ersten User zeigen sich demnach begeistert von der Plattform: "Sie schätzen das frische Design, die nutzerfreundliche Oberfläche und die verbesserte Sicherheit. Außerdem sind sie von der Offenheit und Dezentralisierung angetan, die es erlaubt, eigene Gemeinschaften und Apps zu entwickeln.“

Unterschied zu Twitter

Optisch gleichen sich Twitter und Bluesky stark. Das ist wenig verwunderlich: Schließlich hinter Bluesky steckt niemand anderes als der Twitter-Gründer Jack Dorsey. Der Unterschied liegt nicht zuletzt hinter den Kulissen der Plattform.

Bluesky soll ein dezentrales Netzwerk sein, das Austausch zwischen verschiedenen sozialen Plattformen ermöglicht und dem User mehr Einfluss gibt. Ein Beispiel: In Bluesky soll laut den Entwicklern kein zentraler Algorithmus steuern, was wer auf Bluesky sieht. Vielmehr sollen User zwischen verschiedenen Algorithmen wählen können. Auch beim Thema Content-Moderation ist ähnliches geplant: User könnten neben einer Grund-Moderation etwa zwischen verschiedenen zusätzlichen Hate-Speech-Filtern wählen, die externe Organisationen anbieten können. Bei Twitter verzichtet man unter Elon Musk immer stärker auf Moderation.

Mehr dazu, wie Bluesky zum ernsthaften Konkurrenten für Twitter werden könnte- und warum der Twitter-Gründer Jack Dorsey diese Twitter-Alternative bereits gründete, als er selbst noch Twitters Chef war, erfahrt Ihr hier im Umbruch-Podcast.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!