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Bitkom: Deutsche IT-Branche wird von Indien und China abgehängt | BR24

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Bitkom: Deutsche IT-Branche wird von Indien und China abgehängt

Wie lange wird das Wirtschaftswachstum noch anhalten, angesichts von Brexit und Zollkonflikten? Bremsspuren sind jedenfalls im Technologiesektor zu sehen. Bitkom-Zahlen zeigen, dass Deutschlands IT-Branche global den Anschluss verlieren könnte.

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Die Aussichten sind nicht mehr ganz so rosig. Der Bitkom rechnet - nach einem Wachstum von 2 Prozent in Deutschland in 2018 - für dieses Jahr im IT-Sektor nur noch mit 1,5 Prozent Plus. Wobei die größte Bremswirkung durch den Fachkräftemangel ausgeübt wird, wie Verbandspräsident Axel Berg auf der Jahrespressekonferenz betonte. Das Besorgniserregende aus Bergs Sicht dabei: andere Länder wachsen deutlich schneller.

Mehr Informatik im Klassenzimmer

In Indien wird nächstes Jahr mit einem Umsatzwachstum von über sechs Prozent gerechnet, in China mit fünf und in den USA mit knapp vier Prozent. Folge: die deutsche Technologiebranche fällt global zurück. Angesichts dessen erneuert der Bitkom-Präsident die bekannte Forderung, mehr für die technisch-orientierte Bildung und Ausbildung in Deutschland zu tun. Der Verband fordert seit vielen Jahren mehr Informatik-Unterricht an den Schulen. Dass an der Bundeswehrhochschule in München jetzt 130 Cyberexperten ausgebildet werden, ist für Berg ein guter Anfang, viel mehr aber auch nicht.

Türen auf für IT-Spezialisten aus anderen Ländern

Wichtig wäre für Berg zudem, dass der Staat die Einwanderung von nicht-europäischen Fachkräften erleichtert. Das hatte die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder mit der sogenannten Greencard bereits in den Jahren 2000 bis 2004 versucht. Der Erfolg wird von Experten unterschiedlich bewertet. Auch wegen des Zusammenbruchs der New Economy kamen weit weniger Fachkräfte, als erwartet worden war. Inzwischen ist der Bedarf laut Bitkom aber wieder riesig und die Lücke wird insbesondere in Deutschland offenbar stetig größer.

Deutschland bei der Cyberabwehr gut gerüstet

Der Fachkräftemangel könnte aber auch beim aktuellen Thema IT-Sicherheit eine Rolle spielen. Wie schwierig es ist, gute Leute für die Hackerabwehr zu finden, hat zum Beispiel die Bundeswehr erleben müssen. Insgesamt sieht Berg Deutschland in Punkto Sicherheit allerdings gut aufgestellt. In der Wirtschaft würden vor allen große Unternehmen bereits über eine sehr effiziente Cyberabwehr verfügen. Und den Vorwurf, dass der Staat ein schlechtes Bild abgebe, wenn es um Angriffe aus dem Internet gehe, will der Bitkom-Präsident so nicht bestätigen. Vor allem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) arbeitet seiner Ansicht nach sehr fortschrittlich.

Doppelt so viele Jobs wie in der Autoindustrie

Abgesehen vom Fachkräftemangel, gibt es auch erfreuliche Punkte in der Bitkom-Bilanz. So ist die gesamte deutsche Wirtschaft und selbst die Landwirtschaft dabei sich durchzudigitalisieren. Die Unternehmen würden größtenteils ihr Kerngeschäft mit Hilfe von Big Data und Internet of Things umkrempeln, heißt es. Und so wird vor allem in den Sparten Software und Services im nächsten Jahr wieder mit Wachstumsraten gerechnet, die sich sehen lassen können. Auch für den Arbeitsmarkt wird die Technologiebranche 2019 einen positiven Beitrag leisten. Es sollen 40.000 neue Jobs entstehen auf dann insgesamt fast 1,2 Millionen. Die IT-Branche glaubt in einigen Jahren doppelt so viele Menschen beschäftigen zu können, wie die Automobilbranche – vorausgesetzt natürlich es kommen doch noch genug Fachkräfte nach.