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Bitcoin verursacht ähnlich viel CO2 wie Hamburg | BR24

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Die digitale Währung Bitcoin ist ein Klimasünder. Das haben jetzt Forscher der TU München genau errechnet.

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Bitcoin verursacht ähnlich viel CO2 wie Hamburg

Der Einsatz von Bitcoins verursacht weltweit jährlich rund 22 Megatonnen CO2 – ähnlich viel wie Hamburg, Wien oder Las Vegas. Das ergab nun eine Studie eines interdisziplinären Forschungsteams der TU München.

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Die digitale Währung Bitcoin ist ein Klimasünder. Das haben jetzt Forscher der TU München genau errechnet. Ursache für die schlechte CO2-Bilanz von Bitcoins ist deren Herstellung, das sog. Mining oder auf deutsch Schürfen.

Denn wenn eine Bitcoin-Überweisung ausgeführt und dokumentiert wird, muss eine Rechenaufgabe von einem beliebigen Computer im weltweiten Bitcoin-Netzwerk gelöst werden. An diesem Blockchain-Netzwerk kann jeder teilnehmen.

Für das Bereitstellen der Rechenleistung seines PCs wird man wiederum mit Bitcoins belohnt. Die eingesetzte Rechnerkapazität für das Schürfen der Kryptowährung ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Statistiken zeigen, dass sie sich allein 2018 vervierfacht hat.

Aufwendige Bestimmung des CO2-Ausstoßes

Durch die gestiegenen Rechneroperationen stieg auch zwangsläufig der Stromverbrauch und dadurch wiederum der CO2-Ausstoß. So ermittelten die Wissenschaftler – Stand November 2018 – einen jährlichen Stromverbrauch von rund 46 Terawattstunden.

Im nächsten Schritt untersuchten die Forscher, wo die Schürfer sitzen. So konnte das Team 68 Prozent der Rechnerkraft des Bitcoin-Netzwerks in asiatischen Staaten, 17 Prozent in europäischen Ländern und 15 Prozent in Nordamerika lokalisieren.

Im letzten Schritt kombinierten die Forscher die Ergebnisse mit Statistiken zur CO2-Bilanz der Stromversorgung in den jeweiligen Ländern.

Durch Bitcoins: 22,9 Megatonnen Kohlendioxid pro Jahr

Das Ergebnis der Studie: Das Bitcoin-System verursacht zwischen 22 und 22,9 Megatonnen Kohlendioxid pro Jahr. Das hinterlässt einen ähnlich großen CO2-Fußabdruck wie Hamburg, Wien oder Las Vegas.

"Auch wenn es bedeutendere Faktoren für den Klimawandel gibt: Der CO2-Fußabdruck ist so groß, dass er Anlass genug bietet, um über die Regulierung von Krypto-Mining an Standorten mit CO2-intensiver Stromproduktion zu diskutieren." Christian Stoll, einer der Leiter der Studie

Ein Vorschlag der Forscher: Mehr "Mining-Farmen" mit zusätzlicher Erzeugung von erneuerbarer Energie koppeln. Die ökologische Bilanz der Kryptowährung könne so deutlich verbessert werden.

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Der Einsatz der virtuellen Währung Bitcoin verursacht weltweit jährlich rund 22 Megatonnen CO2 - ähnlich viel wie Hamburg, Wien oder Las Vegas. Das ergab die Studie eines interdisziplinären Forschungsteams der TU München.