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BGH gibt Bewertungsportal Yelp recht | BR24

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Das Bewertungsportal Yelp darf seine Empfehlungen auf Algorithmen stützen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Streit zwischen einer Fitnessstudio-Betreiberin aus dem Raum München und dem Internet-Unternehmen.

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BGH gibt Bewertungsportal Yelp recht

Das Bewertungsportal Yelp darf seine Empfehlungen auf Algorithmen stützen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Streit zwischen einer Fitnessstudio-Betreiberin aus dem Raum München und dem Internet-Unternehmen.

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Geklagt hatte die ehemalige Weltmeisterin im Bodybuilding, Renate Holland. Sie sah ihr Unternehmen zu Unrecht zu schlecht bewertet.

Algorithmus entscheidet

Bei Yelp fließen in das Gesamtergebnis nicht alle Beurteilungen ein. Eine automatisierte Software identifiziert dafür die empfohlenen Beiträge, die Yelp für besonders hilfreich oder authentisch hält. Das hatte bei den Fitnessstudios zu einer schlechten Gesamtbeurteilung geführt. Viele positive Bewertungen waren von einem Algorithmus automatisch aussortiert worden.

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hatte die Sport-Unternehmerin Recht bekommen. Das OLG hatte der Frau Schadenersatz zugesprochen und Yelp verboten, ihre Studios weiter so zu bewerten. Der BGH hob dieses Urteil nun auf.

Unternehmen muss Kritik hinnehmen

Die rechtlich geschützten Interessen der Klägerin überwiegen nach Überzeugung des BGH-Senats nicht die schutzwürdigen Belange von Yelp. Die Einstufung von Bewertung in "empfohlen" und "nicht empfohlen" sei durch die Berufs- und Meinungsfreiheit geschützt. "Ein Gewerbetreibender muss Kritik an seinen Leistungen und die öffentliche Erörterung geäußerter Kritik grundsätzlich hinnehmen", sagte der Vorsitzende Richter Stephan Seiters.

Da auch andere Bewertungsportale mit Algorithmen arbeiten, ist das Urteil von grundsätzlicher Bedeutung. (Aktenzeichen: VI ZR 495/18)