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Bericht: Huawei darf Technik für deutsches 5G-Netz liefern | BR24

© dpa/Deng Fei

Huawei liefert weit mehr als Handys und Smartphones. Sie will auch an Deutschlands Infrastruktur mitwirken.

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    Bericht: Huawei darf Technik für deutsches 5G-Netz liefern

    In den USA hat die Trump-Regierung etwa Google verboten, mit der chinesischen Firma Huawei zusammenzuarbeiten. Sie sei zu eng mit Chinas Führung verbandelt. In Deutschland darf Huawei laut einem Bericht nun kritische Infrastruktur mit ausbauen.

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    Die chinesische Firma Huawei soll sich am Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland beteiligen dürfen. Ein Beschlussentwurf der zuständigen Bundesnetzagentur schließt Huawei als Zulieferer offenbar nicht aus. Das berichtet das „Handelsblatt“.

    Dies ist insofern bemerkenswert, als dass die Firma in den anderen Staaten als Sicherheitsrisiko gilt und daher vom Markt ferngehalten wird. Die USA verbot beispielsweise im Mai 2019 dem einheimischen Unternehmen Google weiter mit Huawei zusammenzuarbeiten. So darf Huawei etwa das Google-Betriebssystem Android nicht mehr auf seinen Smartphones benutzen.

    Die Regierung um Donald Trump hat vor allem Probleme mit den Verbindungen zwischen Huawei und dem chinesischen Staat. Man befürchtet beispielsweise, dass China über das Verbauen von Huawei-Technik andere Staaten ausspionieren könnte. Daher fordert US-Präsident Trump auch die EU auf, künftig auf Huawei-Technologie zu verzichten. Huawei weist entsprechende Vorwürfe regelmäßig zurück.

    Huawei als Infrastruktur-Lieferant

    Vielen deutschen Verbrauchern dürfte die chinesische Firma vor allem als Hersteller von Handys und Tablets ein Begriff sein. Tatsächlich ist Huawei zuletzt auf dem Handy-Markt zu einem großen Player aufgestiegen, der seit 2018 zumindest quartalsweise weltweit teils mehr Smartphones verkaufen konnte als Apple.

    Allerdings sind Smartphones nur ein Teil von Huaweis Geschäft. Das Unternehmen hat daneben auch Produkte im Angebot, die für den Aufbau von digitaler Infrastruktur benötigt werden. So auch wichtige Technik für 5G-Netze. Genau dieser Mobilfunkstandard wird in Deutschland derzeit ausgebaut und gilt als zentraler Bestandteil der künftigen Digitalisierung von Alltag und Wirtschaft. Nicht zuletzt sollen künftig etwa intelligente Maschinen in Deutschlands Fabriken, aber auch selbstfahrenden Autos auf Deutschlands Straßen über das neue 5G-Netz miteinander kommunizieren können.

    Spionage über 5G-Netze?

    Genau diese Bedeutung für die Infrastruktur der Zukunft ist es auch, die eine Einbindung von Huawei zumindest umstritten machte. Erst in der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission mit Blick auf den 5G-Netzausbau davor gewarnt, auf Anbieter außerhalb der EU zu setzen. Sie wies dabei vor allem auf die Gefahr durch den Diebstahl geistigen Eigentums hin.

    Ein konkretes Beispiel für eine solche Bedrohung wäre etwa, dass der chinesische Staat über Huawei-Bauteile im deutschen 5G-Netz künftig die Kommunikation zwischen Maschinen in einer deutschen Fabrik, die beispielsweise aus Wartungsgründen Informationen über ihre Bauteile austauschen, abhören und so deren Technologie stehlen könnte.

    Auch Sicherheitsbedenken gegen Huawei

    Auch vor der Gefahr eines Ausschaltknopfes ("Kill Switch"), den die Firma sich ins neue deutsche Netz einbauen könnte, wird gewarnt. Damit hätte China ein enormes Druckmittel gegenüber Deutschlands, da es so theoretisch Teile des Alltags und der Wirtschaft lahmlegen könnte, wenn nämlich Maschinen und Autos nur noch mit bestehender 5G-Verbindung funktionieren.

    Nachweisen konnte man Huawei entsprechende Pläne oder bereits getätigte Manipulationen bisher nicht. Dennoch hatte beispielsweise das Bundesinnenministerium wegen Sicherheitsbedenken geprüft, ob und wie man Huawei vom 5G-Netzausbau ausschließen könnte.

    Angst vor Streit mit China

    Nun hat wohl allen voran das Kanzleramt in Berlin darauf gedrängt, dass Huawei nicht als Zulieferer für 5G-Technik ausgeschlossen wird. Man wollte dort laut "Handelsblatt" einen Streit mit China verhindern. Laut der Zeitung sollen Firmen wie Huawei bei ihrer Beteiligung am Ausbau eine "Vertrauenswürdigkeitserklärung" unterschreiben. Der reale Wert dieser Unterschrift ist demnach allerdings fraglich.

    Gegner eines Huawei-Auschlusses war beispielsweise die Telekom, die Anfang 2019 warnte, dass der 5G-Ausbau sich ohne den Anbieter deutlich verzögern würde. Zumal auch im aktuellen Netz bereits Huawei Teile verbaut sind.