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Bekommt Youtube Hass in den Griff? | BR24

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Youtube hat Nachholbedarf bei der Umsetzung eigener Regeln.

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    Bekommt Youtube Hass in den Griff?

    Youtube hat seine Community-Richtlinien verschärft. Auch wenn dadurch klarere Grenzen gezogen werden, agiert die Plattform bei Hate-Speech und Beleidigungen noch eher zögerlich, wie ein aktueller Fall zeigt.

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    Es ist ein Spagat für alle Social-Media-Plattformen: Wo zieht man die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und Beleidigungen oder Hass? Youtube hat in einem Blogpost nun angekündigt, künftig härter gegen Hate-Speech, Rassismus und Homophobie vorzugehen:

    "Wir verbieten insbesondere Videos, die behaupten, eine Gruppe wäre einer anderen überlegen, um damit Diskriminierung oder Ausgrenzung aufgrund von Alter, Gender, ethnischer Herkunft, Klasse, Religion, sexueller Orientierung oder Veteranen-Status zu rechtfertigen. Das schließt beispielsweise auch Videos mit ein, die Nazi-Ideologie glorifizieren, die an sich schon diskriminierender Natur ist. Wir werden außerdem Inhalte entfernen, die weitreichend belegte Gewalttaten, wie den Holocaust oder das Schulmassaker von Sandy Hook, leugnen." - Youtube

    Nur eine von mehreren angekündigten Maßnahmen.

    Attacken von prominenten Youtubern

    Damit sind die Probleme aber noch nicht im Griff. Youtube gesteht selbst ein, dass zum Beispiel Angriffe, die immer häufiger zwischen Youtubern selbst geschehen, noch ein Problem sind. Der Journalist Carlos Maza, der für das US-Nachrichtenportal "Vox" arbeitet, hat kürzlich auf Twitter geschildert, wie unzureichend Youtube auf Attacken gegen ihn reagiert hat. Die Plattform würde weiterhin ihre eigenen Regeln verwässern, sagt der Journalist:

    Was war passiert? Der Youtuber Steven Crowder hat ihn in Videos immer wieder homophob und rassistisch angegriffen. (Anm. d. Red.: Da wir diesen Angriffen keine Plattform bieten möchten, verzichten wir auf deren Wiedergabe)

    Crowder beschreibt sein Youtube-Format als "konservative Late Night Commedy“, sein Kanal hat fast 4 Millionen Abonnenten. Neben den verbalen Angriffen durch Crowder selbst, war Carlos Maza nach eigenen Angaben auch Ziel sogenannter Doxxing-Attacken durch Fans des Crowder-Kanals, die ihn etwa immer wieder auf seiner privaten Handynummer belästigten.

    Youtube reagiert zögerlich

    Nachdem Maza die Angriffe gegen ihn veröffentlichte, reagierte Youtube und legte in mehreren Tweets dar, wieso die Videos von Crowder sich noch im Rahmen der Youtube-Richtlinien bewegen würden.

    Wenig später veröffentlichte Youtube dann aber ein weiteres Statement auf seinem offiziellen Blog, um weiter auf den aktuellen Fall von Steven Crowder einzugehen:

    "[...] Eine gründliche Überprüfung des Falls hat ergeben, dass die einzelnen gemeldeten Videos [Crowders] unsere Community-Richtlinien nicht verletzen. Jedoch haben wir in den Folgetagen erkannt, welchen großen Schaden ein solch unsägliches Verhalten in der Youtube-Community anrichtet. Deshalb haben wir nochmal genauer hingesehen und uns entschieden, Werbeeinnahmen für diesen Kanal zu unterbinden." - Chris Dale, YouTube

    Neue Ankündigungen

    Youtube erklärt weiter, dass die Plattform in den kommenden Monaten gemeinsam mit Experten, Youtubern, Journalisten und Betroffenen die eigenen Richtlinien, was Beleidigungen bzw. Belästigungen angeht, nochmal überprüfen wird. Youtube wird am Ende aber daran gemessen werden, wie ernst sie es damit meinen, die Ankündigungen auch tatsächlich umzusetzen.