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Bayern startet Hotline für Cybercrime-Opfer | BR24

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Wer Opfer eines Cyberangriffs geworden ist, kann sich jetzt an eine zentrale Hotline für rasche Unterstützung wenden. Digitalministerin Gerlach und Innenminister Herrmann haben die neue Einrichtung des LKA in München vorgestellt.

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Bayern startet Hotline für Cybercrime-Opfer

Geklaute Passwörter, Phishing-Mails oder Viren: Wer in Bayern Opfer von einem Cyberangriff wird, kann sich jetzt an eine neue Notfall-Nummer der Polizei wenden. Innenminister Herrmann und Digitalministerin Gerlach haben die Hotline heute vorgestellt.

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Wenn Passwörter geknackt wurden, wenn man auf Phishing-Mails hereingefallen ist oder das Computersystem plötzlich verschlüsselt ist, soll ab dem 1. August eine neue Hotline in Bayern weiterhelfen. Unter der Nummer: 089/1212-4400 können sich Betroffene melden. Eingerichtet wurde die Anlaufstelle von der Bayerischen Staatsregierung, betrieben wird sie vom Landeskriminalamt (LKA).

Man brauche im Bereich der Internetkriminalität einen zentralen Ansprechpartner für die Bürger, so Digitalministerin Gerlach.

"Wir organisieren unser Leben über Apps und Internet. So wie wir bei einem Einbruch die 110 wählen, haben wir jetzt eine Notfallnummer bei einem Einbruch in unsere digitale Welt." Judith Gerlach, Digitalministerin

Anrufer werden an zuständige Stellen weitergeleitet

Je nachdem, mit was für einem Problem die Anrufer zu tun haben, werden sie an die jeweils zuständige Behörde weitergeleitet - zum Beispiel an das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), an das Cyber-Allianz-Zentrum (CAZ) oder an Experten der Polizei. Dabei werde jeder Einzelfall von Experten bewertet und bearbeitet, so Innenminister Herrmann, der das Projekt heute gemeinsam mit Gerlach vorgestellt hat.

Die Vorteile der Hotline sieht der CSU-Politiker unter anderem in der Schnelligkeit. Anrufer müssten sich nicht erst durch verschiedenen Zuständigkeiten hangeln. "Anderseits können dadurch noch schneller notwendige gefahrenabwehrende oder strafverfolgende Maßnahmen getroffen werden, beispielsweise um den Schaden einzudämmen oder Beweise für die Ermittlung der Täter zu sichern.“ Die IT-Notfallhotline richtet sich laut Herrmann aber auch an Privatpersonen, die in konkreten Fällen Bedarf an Präventionsangeboten haben.

Mehr als 26.000 Fälle im vergangenen Jahr

Die neue Hotline ist Teil der bayerischen Initiative "Online – aber sicher!", die das Ministerium für Digitales im Frühjahr gestartet hat. Herrmann betonte, der Schutz vor Cyberkriminalität sei ein "Mega-Thema" und gewinne weiter an Bedeutung.

Laut Kriminalstatistik sind im Bereich der Cyberkriminalität im vergangenen Jahr in Bayern mehr als 26.000 Fälle gemeldet geworden - so viele wie noch nie seit der Erfassung. Etwa drei Viertel davon waren Vermögens- oder Fälschungsdelikte, der angerichtete Schaden lag bei 22 Millionen Euro. Knapp jeder zweite Fall wird aufgeklärt.

Auch Verbraucherzentrale hat viele Anfragen

Auch die Verbraucherzentrale Bayern hat vermehrt mit Anfragen und Hilfegesuchen wegen Internetkriminalität zu tun. Es gebe viele Anfragen, die aber sehr unterschiedlich seien, sagt Julia Zeller, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. "Es geht zum Beispiel um gefälschte Internet-Shops oder Fake-Behörden."

Zeller rät in punkto Datensicherheit dazu, online die selbe Vorsicht an den Tag zu legen, wie man es auch offline tun würde. "Ich gehe ja auch nicht zu meinem Sitznachbarn in der S-Bahn und gebe dem meine Daten. Genauso muss ich auch im Internet handeln."