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Bann von China-Apps: Warum Trump Apple schaden könnte | BR24

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Ein Zankapfel im Konflikt zwischen den USA und China: Die Super-App WeChat

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    Bann von China-Apps: Warum Trump Apple schaden könnte

    Donald Trump geht nicht nur gegen die Teenie-App TikTok vor, sondern auch gegen andere Apps aus China. Vor allem die Super-App WeChat scheint ihm ein Dorn im Auge. Das könnte für US-amerikanische Unternehmen wie Apple zum Problem werden.

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    Viel wird in diesen Tagen über TikTok geredet und über den Feldzug, den Donald Trump gegen die beliebte Teenager-App gestartet hat. Doch der US-Präsident richtet sich nicht nur gegen diese beliebte Videoplattform, sondern generell gegen alle chinesische Tech-Unternehmen und Apps. Das betrifft auch die Firma Tencent, die zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt gehört. Tencent betreibt unter anderem das beliebte Computerspiel Fortnite und mischt auch im Musikgeschäft mit. Geht es nach Donald Trump soll es US-Bürgern verboten sein, mit chinesischen Tech-Unternehmen wie Bytedance, so heißt das Mutterunternehmen von TikTok, oder eben Tencent Geschäfte zu machen. Laut der LA Times zielt die US-Administration im Fall von Tencent nicht auf Fortnite und Co. sondern auf eine App, die in China von überragender Bedeutung ist, nämlich WeChat.

    WeChat: Die Königin der Super-Apps

    WeChat ist eine sogenannte "Super-App". So werden Apps genannt, die nicht nur eine Funktion anbieten, sondern gleich mehrere Dienste miteinander kombinieren. Super-Apps sind vor allem in Schwellenländern beliebt und WeChat ist so etwas wie die Königin der Super-Apps. Per WeChat kann man nicht nur Chatten, sondern auch bezahlen, Termine beim Arzt vereinbaren, Hotels buchen, Visa beantragen und vieles mehr. Die App fungiert quasi als Schweizer Taschenmesser, mit dem viele Chinesen ihren Alltag bewältigen. Dieses Schweizer Taschenmesser ist auch in westlichen App-Stores erhältlich, hat hier allerdings nicht annähernd dieselbe Bedeutung, wie in China.

    Apples Problem: "Software sells Hardware"

    Klar ist, dass WeChat eine Menge Daten erhält und diese Daten auch an die chinesischen Behörden weitergibt. Und mit dieser Tatsache wiederum begründet die US-Administration ihr Vorgehen gegen WeChat. Allerdings könnte der Streit mit Tencent ungewollte Nebenwirkungen für US-amerikanische Unternehmen mit sich bringen.

    Apple beispielsweise müsste WeChat aus seinem App-Store entfernen. "Software sells Hardware" so lautet eine alte Business-Weisheit und übertragen auf das iPhone heißt das: Ein iPhone, auf dem dann kein WeChat läuft, wäre in China keine besonders attraktiver Kauf. Die Folge für Apple wäre wohl ein massiver Absatzeinbruch im Asiengeschäft.

    Huawei könnte profitieren

    Möglicherweise betreffen die neuen Regeln aber nur den amerikanischen App-Store. Allerdings käme Apple auch dann nicht komplett ungeschoren davon. Viele in den USA lebende Chinesen nutzen WeChat, um mit ihren Familien Kontakt zu halten. Auch im Heimatmarkt würden iPhones weniger attraktiv, vor allem, wenn neben WeChat noch andere Apps aus dem App-Store fliegen würden. Die Regelung würde zudem nicht nur Apple-Geräte betreffen, sondern auch den Playstore für Android-Handys. Profitieren könnte dann ausgerechnet ein chinesisches Unternehmen, welches bereits den Zorn des US-Präsidenten auf sich gezogen hat, nämlich: Huawei.

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