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Digitalisiertes Auto
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Christian Sachsinger
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Digitalisiertes Auto

Am Stand des Stuttgarter Technologiekonzerns Bosch scharen sich Messebesucher um ein weißgraues, fast vollständig verglastes Gefährt. Das Fahrzeug stellt ein elektrisches und fahrerlosen Shuttle dar. Ein Bus-Taxi der Zukunft, einfach zu rufen per App. Michael Faustkeil von Bosch sagt, das System könne in einigen Jahren dafür sorgen, dass es weniger Unfälle gebe und der Verkehr entlastet werde, weil man als Endkunde nicht mehr in ein eigenes Fahrzeug zu steigen brauche. Keine Parkplatzsuche mehr, das Shuttle bringt einen zum Ziel und fährt dann zum nächsten Kunden weiter.

Autonomes Fahren kommt wohl zuerst bei LKW

Eine Messehalle weiter findet sich auf der CES der Stand von Daimler. Der Autobauer präsentiert in Las Vegas eine Weiterentwicklung seines Coupés CLA. Auch ein völlig autonom und elektrisch fahrendes Fahrzeug führt Daimler vor - mit einer Fahrt durch das nächtliche Las Vegas. Bis komplett selbstfahrende Autos regelhaft auf deutschen Straßen unterwegs sind, werde es noch dauern sagt Daimler Kommunikationschef Jörg Howe. Im Transportbereich könne sich das autonome Fahren aber schon früher durchsetzen.

„Im Lkw, glaube ich, wird es eher schneller kommen. Wenn Sie an die Autobahn denken - da für einen Lkw-Fahrer den Autopiloten einzuschalten oder langfristig sogar ganz auf den Fahrer zu verzichten, das ist sicherlich eine sehr starke Option.“ Jörg Howe, Kommunikationschef bei Daimler

Auf der CES kündigte Daimler an, eine halbe Milliarde Euro in die Serien-Entwicklung hoch-automatisierter Lkw zu investieren. In etwa zehn Jahren sollen die Fahrzeuge weitestgehend selbstständig unterwegs sein.

CES stellt Detroit Auto Show in den Schatten

Eigentlich ist die CES ja eine Consumer- und Technologie-Show. Aber inzwischen sind fast alle großen Namen der Autobranche in Las Vegas vertreten. Zulieferer und Autobauer zugleich; mit aufwendigen Ständen, Großbildleinwänden und Multimediashows. Selbst der großen Autoshow in Detroit mache die CES mittlerweile Konkurrenz, sagt Daimler Sprecher Howe. Man merke, dass der Trend von den Herstellern deutlich hierher gehe, denn Detroit habe durch die Krise der amerikanischen Autoindustrie gelitten.

In den Sessel fläzen und Filme schauen

Audi und BMW demonstrieren auf der CES, wie der Innenraum der Autos in der Zukunft gestaltet sein könnte. Audi präsentiert sein neues Unterhaltungskonzept Holo-Ride. Die Insassen können per Virtual Reality in Spielewelten abtauchen. BMW bewirbt auf der Messe das futuristische Interieur seines Konzeptautos Vision iNEXT. Ein Lenkrad gibt es darin - noch Knöpfe und Drehschalter sind aus dem Cockpit weitestgehend verschwunden.

„Wir haben nach wie vor Sitze, die nach vorne zeigen, aber die Sitze sind so gestaltet, dass sie neue Sitzpositionen für die Insassen ermöglichen. Das heißt, man kann sich mehr in eine Ecke kuscheln, auf der Rücksitzbank und auch auf den beiden vorderen Sitzplätzen.“ Holger Hanf, BMW-Tochter Design works

Die neue Autowelt der CES in Las Vegas ist elektrisch, fahrerlos, elegant und vernetzt. Weit weg von dreckigen Motoren und langen Staus auf den Straßen - aber auch noch weit weg von der Realität.