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Arbeiten im Homeoffice: Teil 1 - Die "Home Workerin" | BR24

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Bei den großen Tech-Unternehmen des Silicon Valley ist der Heimarbeitsplatz schon lange nichts mehr besonderes. Wir haben im Silicon Valley eine Frau getroffen, die das schon ganz lange macht.

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Arbeiten im Homeoffice: Teil 1 - Die "Home Workerin"

Bei den großen Tech-Unternehmen des Silicon Valley ist der Heimarbeitsplatz schon lange nichts mehr besonderes. Wir haben im Silicon Valley eine Frau getroffen, die das schon ganz lange macht.

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Susy Struble hat ihren Heimarbeitsplatz unten im Keller. Nah genug, um schnell oben in der Wohnung zu sein, um nach den beiden acht und zehn Jahre alten Kindern zu schauen, und weit genug entfernt, um ungestört arbeiten zu können. Ihr Büro ist im selben Raum, wo auch Waschmaschine und Trockner stehen. "Obwohl es im Kellergeschoss liegt, gibt es hier viel Licht, weil das Haus in den Hang gebaut ist."

20 Jahre im Homeoffice

Seit 20 Jahren arbeitet die Projektmanagerin von zu Hause aus. Beim Software-Hersteller Mozilla, der den berühmten Firefox-Browser baut, kümmert sie sich im Innovationsteam darum, dass die Projekte vorangetrieben werden. Im Gespräch mit BR24 erzählt sie, dass es oft wenig sinnvoll sei, mit dem Auto in die Firma zu fahren. Für Susy hat das zwei Gründe: Das Silicon Valley leidet unter dauerndem Verkehrsstaus. Außerdem arbeitet die Managerin mit vielen internationalen Teams zusammen. Heißt: nachts oder ganz früh morgens hat sie Video-Konferenzen.

Lernprozess am Anfang

Im Büro der 48-jährigen hängen Bilder und Poster, dazwischen steht ein großes Bücherregal. Die Mozilla-Managerin macht keinen Hehl daraus, dass sie zu Hause mehr arbeitet, als dass sie das in der Firma tun würde. "Das war Anfangs schwierig und ein Lernprozess für mich", sagt Struble.

"Als die Kinder kleiner waren, war es viel schwieriger. Normalerweise sind sie jetzt in der Schule, wenn wir nicht gerade die Corona-Pandemie hätten." Früher habe sie ihren Kindern oft erklären müssen, weshalb sie jetzt gerade keine Zeit habe. Glücklicherweise habe sie ihr Partner da unterstützt. "Außerdem hat meine Homeoffice-Türe auch ein Schloss". Wenn sie ganz ungestört arbeiten wolle, könne sie da auch abschließen.

Kontakt halten - auch per Video Chat

Einer der wichtigsten Ratschläge, die die 48-Jährige weitergeben kann: Wenn man überwiegend von zu Hause aus arbeite, sollte man die Kontakte zu den Kollegen pflegen, empfiehlt sie. Daher sind die Software-Programme, die sie auf ihrem Notebook am häufigsten benutzt, auch die Videochat-Programme von Zoom und die Google Hangouts. Dennoch verabredet sie sich alle paar Wochen in der Firmenzentrale in Mountain View zum Kaffee oder Mittagessen.

"Der Mythos, dass Angestellte, die im Homeoffice arbeiten, nicht geschätzt werden, der trifft heute nicht mehr zu", sagt Struble. Das sei vielleicht vor 20 Jahren der Fall gewesen. "Heute wissen meine Kollegen, was ich leiste, wenn ich mit ihnen in einer Video-Konferenz bin".

Vorher Regeln mit dem Chef klären

Wieder in der Firmenzentrale zu arbeiten, kann sich Susy Struble nicht mehr vorstellen. Ihre wichtigste Empfehlung an künftige Homeoffice-Arbeiter: Man sollte sich vorher mit dem Chef und dem restlichen Team zusammensetzen und genau definieren, was von einem erwartet wird. Dann klappt die Arbeit von zu Hause reibungslos.