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Apples neue News-App: Was Nutzer und Medien davon halten

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Apple mischt jetzt auch auf dem News-Markt mit

Seit gut zwei Wochen ist Apples News App in den USA auf dem Markt. Die erste Euphorie ist Ernüchterung gewichen. Unübersichtlich finden sie viele Nutzer. Für Verlage bietet der Abo-Service des Technologiekonzerns nicht nur Vorteile.

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Sie soll den Verlagen in den USA neue Erlösquellen bringen. 300 Zeitschriften und Magazine können über die neue News App Plus von Apple in den USA gegen eine Flatrate von 9,99 Dollar gelesen werden. Seit gut zwei Wochen ist die App am Markt und soll tausende neue Abonnenten gewonnen haben. Grund zur Freude für die US-Verlage?

Abo-App von Apple für Nachrichten und Magazine

Bei Apple ist nur der Superlativ erlaubt. Roger Rosner, zuständig für die hauseigenen Apps, machte da vor zwei Wochen bei der Vorstellung der neuen News App keine Ausnahme. Das Ziel sei einfach gewesen, man wollte die beste Nachrichten-App für ein Mobil-Gerät herstellen.

Fachwelt: "Kein großer Wurf"

Bei vielen Nutzern der neuen Abo-App von Apple ist nach fast zwei Wochen die Euphorie gewichen. Das Design sei auf den ersten Blick schön, konnte man in Kommentaren auf Twitter und Facebook lesen. Wenn man dann aber einzelne Artikel aufrufe, werde die App schnell unübersichtlich. Zum Teil müsse man ständig in einen Text reinzoomen.

Die Fachwelt ist sich einig: Apple ist da kein großer Wurf gelungen. Farahd Manjoo, Technologie-Kolumnist der New York Times mit Sitz im Silicon Valley ist nicht überrascht: "Ich benutze die App seit einer Woche. Sie ist okay. Ich halte sie weder für revolutionär noch schrecklich." Sie werde den Journalismus weder retten noch ruinieren.

Washington Post und New York Times nicht an Bord

Ausgerechnet die beiden wichtigsten Zeitungen der USA sind beim Flatrate Angebot von Apple nicht mit dabei. Die Washington Post aus nahe liegenden Gründen, sagt der Wirtschaftschef des San Francisco Chronicle Owen Thomas: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Jeff Bezos die Washington Post gehört und er besitzt Amazon. Apple und Amazon haben ein angespanntes Verhältnis."

Die Gründe bei der New York Times dürften ähnlich liegen: Die Zeitung hat sich nach Jahren des Niedergangs wieder gefangen. Vor allem digital läuft es immer besser: Die Times kommt laut jüngsten Zahlen vom Februar auf 3,3 Millionen zahlende Digital-Abonnenten. Wäre sie bei Apple Plus dabei, erhielte sie nur einen Bruchteil dessen, was sie im direkten Geschäft mit dem Leser verdient, da Apple seine Einnahmen 50:50 teilt. Außerdem hätte die Times keinen Zugriff auf die Abonnenten-Daten. Sie würde nicht erfahren, woher ihre Abonnenten kommen, was sie lesen, wie alt sie sind.

© Reuters

Roger Rosner, Vizepräsident für Anwendungen, stellt am 25.3.2019 Apple News vor

Kein Wunder, dass nur zwei Zeitungen - die LA Times und das Wall Street Journal – mit dabei sind. Owen Thomas vom San Francisco Chronicle: "Die LA Times und das Wall Street Journal sind eher zweite Garde, sie hinken der Times und der Post hinterher. Und deshalb haben sie auch nicht so viel zu verlieren, wie eine New York Times, deren Digital-Abonnenten ein wichtiges Standbein sind."

Magazinverlage könnten eher profitieren

Thomas glaubt, die neue Apple App, sei vor allem für die gut 300 Magazine spannend, weniger für Tageszeitungen. Auch wenn die App noch viele Macken habe und keine richtige Lesefreude aufkomme. Magazinverlage würden profitieren. Für sie sei Apple News Plus ein Schaufenster, über das sie Kunden erreichen können. Egal ob im Supermarkt oder eben in einer App - sie müssen an neue Leser rankommen.

Flatrate gegen Paywall-Überdruss?

Außerdem glaubt der Wirtschaftschef des Chronicle, dass die Konsumenten einzelner Bezahlangebote langsam überdrüssig seien. Zu viele Zeitungen, Sender oder Magazin hätten mittlerweile eine Paywall. Viele Nutzer hätten längst die Übersicht verloren, wo sie alles ein Abo abgeschlossen haben. Solch ein Flatrate Angebot, wie es Apple jetzt vorgestellt habe, könne da die richtige Antwort sein.

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  • Marcus Schuler
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