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Die umstrittene App Parler darf wieder in den App Store

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    Apple erlaubt umstrittene Plattform Parler wieder im App Store

    Nach dem Angriff auf das Kapitol in Washington D.C. war die Social-Media-Plattform Parler von Apple und Google verbannt worden. Nun wird Parler wieder von Apple zugelassen. Gleichzeitig will Donald Trump sein eigenes soziales Netzwerk starten.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Es ist in erster Linie ein Sieg für die politische Rechte in den Vereinigten Staaten: Nach Monaten der Sperrung wird Apple die umstrittene Social-Media-Plattform Parler wieder in seinem App Store zulassen. Der Konzern gab die Neuigkeit auf Anfrage der republikanischen Kongressmitglieder Mike Lee und Ken Buck bekannt.

    Was ist Parler?

    Parler bezeichnet sich selbst als "Free Speech Social Network", nach eigenen Angaben soll die Plattform einen besonderen Wert auf Meinungsfreiheit legen. In der Praxis besteht die Nutzerbasis von Parler zum großen Teil aus politisch rechts eingestellten Personen. Vereinzelt werden zudem Verschwörungstheorien, sowie rassistische und sexistische Inhalte verbreitet - ohne Gefahr der Sperrung.

    Anders als die großen Social-Media-Plattformen Twitter und Facebook werden Nutzer für Hassrede auf Parler nicht gesperrt. Dennoch kommt es auch dort immer wieder zur Sperrung einzelner Accounts - insbesondere allerdings Accounts, die dem politisch rechten Grundtenor der Community widersprechen.

    Parler ist vor allem eine Heimat für Personen des öffentlichen Lebens geworden, die für Drohungen oder Hassrede von anderen Plattformen verbannt wurden. Dazu gehören im deutschsprachigen Raum etwa Martin Sellner, der Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung.

    Warum war Parler gesperrt?

    Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der gewaltsame Sturm aufs Kapitol in Washington D.C., bei dem fünf Menschen ums Leben kamen, teilweise auf Parler organisiert worden war. Daraufhin wurde die App aus den App-Stores von Google und Apple entfernt. Zudem hatte Amazon, welches bis dahin die Cloud-Infrastruktur für Parler zur Verfügung stellte, Parler wegen Verstoß gegen Amazons Nutzungsrichtlinien offline gezwungen.

    Kurz vor der Sperrung war Parler von Apple und anderen Diensten aufgefordert worden, in Sachen Moderation seine Regeln nachzubessern und keine gewaltverherrlichenden Inhalte mehr zuzulassen. Nachdem Parler eine Frist verstreichen ließ, wurde die App aus dem App Store gelöscht.

    Parler ist wieder da

    Dass Parler nun, mit einem neuen Cloud-Host, auch im App Store zurück ist, begründet Apple damit, dass Parler neue Updates vorgeschlagen habe, die die App in Einklang mit den App-Store-Richtlinien bringen würden. Von Google gibt es aktuell noch keine Stellungnahme.

    Die Entscheidung kommt inmitten einer Zeit, in der Fragen der Macht von großen Social-Media-Konzernen präsenter sind denn je. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump, der ebenfalls Anfang Januar von Facebook und Twitter gesperrt wurde, hat vor Kurzem angekündigt, seine eigene Social-Media-Plattform an den Markt zu bringen.

    Gleichzeitig weichen Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker zunehmend auf Messenger-Plattformen wie Telegram aus, die weniger stark moderiert werden.

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