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Viele Apple-Neuheiten auf der WWDC | BR24

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Tim Cook bei der Keynote

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Viele Apple-Neuheiten auf der WWDC

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple überraschend viele Neuigkeiten verkündet. Das reicht von neuer Hardware bis zu einem tieferen Einblick in die Betriebssysteme für Smartphones, Uhren, Tablets und PCs. Und: Apple setzt auf Privatsphäre.

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Die vielleicht “schlechte” Nachricht vorweg: Apple schickt sein Software-Multilalent iTunes in Rente. Und das nach erst 18 Jahren. Es teilt die Software künftig in einzelne Programme auf - für Podcasts, Musik oder Filme. Einzelne Funktionalitäten, die bislang iTunes übernommen hat, werden künftig im Betriebssystem verankert; wie zum Beispiel das automatische Backup des Telefons, wenn man es mit dem Computer verbindet.

Eine neues macOS namens Catalina

Catalina ist nicht nur eine wunderschöne Insel vor der Küste von Los Angeles, sondern auch der Name für die neue Version des PC-Betriebsysstems macOS. Version 10.15, die ab Herbst zum Upgrade zur Verfügung steht. Sie bringt eine Funktion mit, die Apple “Sidecar” getauft hat: Wer einen Mac hat, kann sein iPad daneben legen und es als zweiten Bildschirm nutzen. In die umgekehrte Richtung lässt sich das Display ebenfalls einsetzen - mit dem Apple Pencil kann man auf dem Tablet malen und sieht die Zeichnung dann auf dem großen Bildschirm des Mac-Computers.

Eine andere wichtige Neuheit dürfte vor allem die Entwickler in San Jose gefreut haben: Apps aus der iPad Welt lassen sich mit einer Software namens “Catalyst” in Apps für macOS umwandeln. Das könnte eine Menge neue Apps auf den Apple Computer bringen.

Apple-Watch selbstständiger ohne iPhone

Apple Chef Tim Cook setzt die Diversifikation seines Unternehmens weiter fort. So wird die Tablet-Reihe von iOS abgekoppelt und erhält mit iPadOS ein eigenes Betriebssystem. Das zeigt sich aber auch darin, dass die Produktlinien von tvOS 13 und watch OS 6 unabhängiger werden. Die Smartwatch erhält künftig einen eigenen App Store. Sie bekommt außerdem zwei neue Funktionen, die es bei der Konkurrenz noch nicht gab: Frauen können mit der neuen Version von watch OS ihren Menstruationszyklus überwachen und so leichter fruchtbare und unfruchtbare Tage bestimmen. Außerdem misst die Uhr Umgebungsgeräusche und warnt seinen Nutzer, wenn es zu laut wird.

Wer mit der Apple TV-Konsole künftig die Gamecontroller von Microsoft und Sony nutzen will, kann das ab Herbst tun. Sowohl mit dem Xbox One S Controller als auch dem beliebten DualShock 4 Controller der Sony Playstation lässt es sich zocken. Außerdem wird es neue 4K Bildschirmschoner geben: Apple hat sich mit der BBC zusammengetan und präsentiert Unterwasseraufnahmen.

Privacy und Stromsparmodus

Auf dem iPhone kommt, wie vielfach vorhergesagt, der sogenannte Dark Mode. Er soll beim Stromsparen helfen, weil ein schwarzer Hintergrund weniger Energie verbraucht als ein heller. Eine Funktion hat für viel Jubel bei den Entwicklern gesorgt: Apple startet einen eigenen Log-In-Dienst. Wer sich in Apps mit eigener E-Mail-Adresse anmelden soll, bekommt künftig eine Wegwerf-Email-Adresse spendiert. Das soll für weniger Spam im eigenen Postfach sorgen und die Anonymität des Nutzers gegenüber dem App-Hersteller erhöhen.

Anders als viele Tech-Unternehmen, für die Pricay nur ein Modewort und Verkaufsargument ist, setzt Apple schon seit jeher auf Privatsphäre. Nun können Nutzer ihren Aufenthaltsort mit einer App einmalig teilen und müssen nicht mehr – wie bisher - der dauerhaften Nutzung von Ortsdaten zustimmen. Wenn eine App trotzdem versucht, den Aufenthaltsort abzurufen, bekommt der Nutzer eine Warnmeldung.

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Marcus Schuler über Apples Neuheiten

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Apple Hardware

Rennmaschine zum selbst Zusammenstecken

Vor sechs Jahren hat Apple seinen Mac Pro Computer zuletzt aktualisiert, vor eineinhalb Jahren das Betriebssystem. Mit dem alten Mac-Konzept hatte man sich dabei ein Bein gestellt, weil das Gerät zwar schön anzusehen, aber schwierig zu kühlen und zu erweitern war. Der neue Mac Pro sieht wieder mehr wie ein Medium-Tower PC aus. Doch unter der Haube steckt Power, um ein ganzes Haus zu beleuchten. Alleine das Netzteil ist für 1.5 Kilowatt Leistung ausgelegt.

Der High End Rechner ist vor allem für die Video-, Musik- oder Photoindustrie gemacht. In der kleinsten Ausbau-Stufe wir der PC mit seinen bis zu 28 Kernen und Xeon-Prozessor ab umgerechnet 5.300 Euro zu bekommen sein. Das feinpolierte Stahlgehäuse ist von allen Seiten zugänglich. Grafikarten, Erweiterungsmodule um drei 8K Videostreams parallel ruckelfrei ablaufen zu lassen, sind leicht zu installieren.

Passend dazu wird es auch einen neuen Monitor geben. Im gleichen Design gehalten soll das “Pro Display XDR” 6K-Auflösung in einem 32-Zoll Gehäuse liefern. Besonders für die Video- und Bildbearbeitung dürfte das Geräte spannend sein. Auch hier sind die Preise “Apple Typisch” - der Monitor mit seinem extremen Dynamikumfang kostet umgerechnet 5.300 Euro.

Die neuen Betriebssysteme sollen ab Juni in eine öffentliche Beta-Phase gehen, in der sie von allen Nutzern getestet werden können. Die marktreifen Upgrades sind dann ab Herbst downloadbar.