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App zur Lehrerbewertung: "Lernsieg" wegen Hassmails offline | BR24

© Georg Hochmuth/APA/dpa

Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" auf einem Handy

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App zur Lehrerbewertung: "Lernsieg" wegen Hassmails offline

Bereits wenige Tage nach ihrem Start ist "Lernsieg", eine App zur Bewertung von Lehrern, vorübergehend offline. Ihr Initiator Benjamin Hadrigan wurde mit Hassmails überflutet - und möchte mit seinem Team nun eine Strategie dagegen entwickeln.

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"Lernsieg", die neue App zur Bewertung von Lehrern gab es nur ein paar Tage - inzwischen ist sie schon wieder offline. Das hat Benjamin Hadrigan, der 18-jährige Initiator der App, entschieden. Der Grund: Er sei mit Hass-E-Mails überflutet worden.

Bewertungen fielen im Schnitt positiv aus

Der Österreicher und sein Team wollen nun eine Strategie gegen solche Angriffe entwickeln, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung. Danach soll die kostenlose App wieder freigeschaltet werden. Schüler können ihre Lehrer mit bis zu 5 Sternen beurteilen - ähnlich wie bei anderen Bewertungsportalen.

Seit ihrem Start am Freitagvormittag in Deutschland und Österreich seien mehr als 16.000 Beurteilungen für Schulen und mehr als 125.000 für Lehrer abgegeben worden. "Die Bewertungen fielen im Schnitt recht positiv aus. Schulen erhielten durchschnittlich 3,88 und Lehrer 3,96 Sterne", hieß es in der Mitteilung. Der am meisten bewertete Lehrer erhielt demnach 75 Bewertungen und kam auf 4,77 Sterne.

Viel Kritik an App "Lernsieg"

Die österreichische Lehrer-Gewerkschaft hatte die App bereits vor ihrer Veröffentlichung scharf kritisiert. Auch der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) verurteilte die App, da sie Misstrauen schaffe. Aus diesem Grund gebe es keine Kommentarfunktion, hatte Hadrigan zu Beginn klar gestellt - Mobbing oder Beschimpfungen sollten nicht aufkommen.

"Lernsieg" erinnerte an die inzwischen eingestellte Webseite spickmich.de, die vor rund zehn Jahren zahlreiche Gerichte in Deutschland beschäftigte. Immer wieder versuchten Lehrer erfolglos, sich auf rechtlichem Weg gegen die teils diffamierenden Kommentare auf der Seite zu wehren.

© BR

Lehrer-App in Österreich