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Warum Animal Crossing mehr als nur ein Computerspiel ist | BR24

© Screenshot: Youtube Nintendo

Großer Erfolg für Nintendo: Animal Crossing für die Switch

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    Warum Animal Crossing mehr als nur ein Computerspiel ist

    "Animal Crossing: New Horizons" ist das Spiel der Stunde. Während der Corona-Pandemie findet in der Nintendo-Welt vieles statt, was sonst auf Straßen, Schulhöfen oder Laufstegen Platz gefunden hätte. Sind Games also die neue Plattform für Statements?

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    „Animal Crossing: New Horizons“ hat nichts, was viele andere Computerspiele so faszinierend macht: Es gibt keine Geschichte, keinen aufregenden Endgegner, keine kniffeligen Levels. Trotzdem bricht das neue Spiel für die Nintendo-Konsole „Switch“ gerade Verkaufs-Rekorde. Aber nicht nur das: "Animal Crossing" wird auch mehr und mehr zur Plattform für so vieles, was im Offlineleben gerade wegen der Corona-Pandemie nicht möglich ist. Von politischen Statements bis hin zum Marketing-Stunt ist im Switch-Bestseller alles möglich.

    Ein einfaches Spiel mit unendlichen Möglichkeiten

    Dazu muss man verstehen, wie "Animal Crossing" funktioniert. In dem Spiel zieht man mit seiner Spielfigur auf eine Insel, interagiert dort mit den tierischen Bewohnern, geht Angeln, besucht Freunde auf anderen Inseln oder werkelt am Haus. Kurz: Man gschaftelt eben vor sich hin - ohne großes Ziel. Wahrscheinlich ist es genau das, was „Animal Crossing“ gerade von unserem Alltag unterscheidet: Das Spiel ist eine Einladung, der gerade ja bisweilen angstmachenden Realität zumindest kurz zu entkommen und ein sorgloses Leben auf der Insel zu führen.

    Hinzu kommt, dass sich nahezu alles in "Animal Crossing" selber gestalten lässt: Die Häuser, die Tapeten, der Haarschnitt des Avatars oder die Klamotten. Und damit lässt sich experimentieren. Mithilfe einfacher Onlinetools ist es zum Beispiel möglich, Fotodateien in das Spiel importieren und so hier und da Statements zu setzen.

    Politischer Protest während der Coronapandemie

    Politische Statements gab es zum Beispiel aus China. Proteste, die sich nun wieder nach und nach auf die Straßen Hong Kongs verlagern, konnten zeitweise nur online stattfinden. In "Animal Crossing" erstellten Userinnen und User Transparente, verbreiteten ihre Botschaften und ließen ihre Avatare Versammlungen abhalten. Immer mehr Leute fingen an, von ihren idyllischen Inseln aus gegen die chinesische Regierung zu protestieren.

    Und auch die Mode entdeckt die Reichweite, die "Animal Crossing" generieren kann, gerade für sich. Verschiedene Designer stellen ihre neuen Kollektionen in dem Spiel zur Schau. Denn wenn es keine Laufstege gibt, auf denen Models mit ernsten Gesichtern die Mode des Frühjahrs vorstellen, dann übernehmen eben kugelige kleine Figürchen auf dem Bildschirm den Job. Designerinnen und Designer wie Sandy Liang, Marc Jacobs oder die italienische Streetware Marke GCDS erstellen ihre Entwürfe in dem Spiel und bieten die Codes für die besonderen Looks öffentlich an. Auf dem Instagram-Profil des italienischen Modehauses "Valentino" gibt es sogar eine Making-of-Story, also eine kleine Videosequenz, des virtuellen Photoshootings mit den "Animal Crossing"-Avataren.

    "Animal Crossing: New Horizons" ist nicht das erste Spiel, das zu mehr taugt, als "nur" gespielt zu werden. Schon Games wie "Fortnite" oder "Pokémon Go" haben gezeigt, was für riesige Communities sich bilden können. Doch besonders in der Corona-Krise zeigt es, dass aus Computerspielen mehr sein können, als schnöder Zeitvertreib.