| BR24

 
 

Bild

Jeff Bezos
© picture alliance
© picture alliance

Jeff Bezos

Der Amazon-Chef hatte im Januar bekannt gegeben, sich nach vielen Jahren scheiden lassen zu wollen. Ein paar Tage später veröffentlichte das Boulevard-Blatt National Enquirer Textnachrichten von Jeff Bezos an seine Geliebte und Bilder des Paares. Das ist der Auftakt zu einer Auseinandersetzung, die der deutschstämmige Reporter Frederick Lardinois als regelrechte "Schmierenkomödie" bezeichnet. Lardinois arbeitet bei der Technologie-Website Techcrunch und berichtet auch immer wieder über Amazon. Jeff Bezos hat in den vergangenen fast 25 Jahre das Online-Kaufhaus aufgebaut und ist so zum reichsten Amerikaner geworden. Sein Privatvermögen wird auf umgerechnet 119 Milliarden Euro geschätzt.

Bezos versus Pecker

Vor sechs Jahren hat Bezos die Washington Post gekauft, eine der renommiertesten Zeitungen der USA. Damals ging es dem Blatt nicht besonders gut, mittlerweile hat sich das geändert – zum Ärger von US-Präsident Trump, der dem Blatt immer wieder vorwirft, Fake News zu verbreiten.

"Sie war immer schon eine der wichtigsten Tageszeitungen in Amerika. Aber seitdem ist sie sicher zur zweitwichtigsten nach der New York Times geworden und ist schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge von Präsident Trump." Frederic Lardinois

David Pecker wiederum ist der Besitzer des National Enquirer und seit langer Zeit bekannt dafür, ein guter Freund von Donald Trump zu sein.

Wir wissen, dass er regelmäßig negative Geschichten über Donald Trump aufgekauft hat“ Frederic Lardinois.

Diese Geschichten wurden dann aber nicht veröffentlicht – ein Freundschaftsdienst von Pecker für Trump, so der Tech-Journalist.

Beifall für Bezos

In dem offenen Brief von Bezos, den er gestern Abend auf der Website „Medium“ veröffentlichte, beschuldigte er David Pecker, hinter einem Erpressungsversuch zu stehen.

Bezos hat nach eigenen Angaben untersuchen lassen, wie das Boulevardblatt an seine SMS-Nachrichten und privaten Fotos gekommen ist. Mittelsmänner von Pecker hätten ihm daraufhin zu verstehen gegeben, er solle mit seinen Nachforschungen aufhören. Seit der Veröffentlichung seines offenen Briefes hat Bezos viel Beifall auf Twitter und in den Medien erhalten.

„Ich finde, es ist ein mutiger Schritt. Ich glaube, dass es eher zu seinem Vorteil ist, zum Vorteil der Washington Post.“ Frederic Lardinois

Vielleicht hat Jeff Bezos einfach auch nur die Flucht nach vorne angetreten, um die Schmierenkomödie ein für allemal zu beenden.