| BR24

 
 

Bild

Peter Almaier
© picture alliance

Autoren

Christian Sachsinger
© picture alliance

Peter Almaier

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wurmt es gehörig, dass in der Digitalwirtschaft Deutschland und sogar Europa bislang keine große Rolle spielen. Unter anderem deshalb hatte er zuletzt seine "Nationale Industriestrategie 2030" vorgestellt. Die soll dem Staat weitreichende Eingriffsmöglichkeiten zum Schutz der Industrie bringen. Außerdem will Altmeier Innovationen und die Ansiedlung von Schlüsseltechnologien in Deutschland und Europa fördern. Und nun wird der Minister etwas konkreter.

Künstliche Intelligenz und Autonomes Fahren für Europa

Im Interview mit der Funke-Mediengruppe skizziert der CDU-Politiker seine Vorstellungen von einer Art Airbus für künstliche Intelligenz. Die Idee: warum nicht wiederholen, was schon einmal geklappt hat? Vor der Gründung des Flugzeugbauers Airbus sei Europa nicht in der Lage gewesen, große Verkehrsflugzeuge zu bauen. Das hat sich bekanntermaßen geändert. Etwas Ähnliches stellt er sich in der Technologiebranche vor, wo Unternehmen aus den USA und Asien insbesondere China die Führung übernommen haben. Ein großer europäischer Konzern könnte nun nach Altmaiers Vorstellung zum Beispiel beim autonomen Fahren der führende Player werden und dabei auf digitale Nachbarbranchen positive Auswirkungen haben. Auch künstliche Intelligenz will der Bundeswirtschaftsminister unbedingt voranbringen.

Amazon dringt bei Smarthomes weiter vor

Doch während der deutsche Wirtschaftsminister von der Zukunft spricht, schaffen Andere weiter Fakten. So stärkt Amazon sein Smarthome-Geschäft um die Echo-Lautsprecher. Der US-Riese kauft den Spezialisten für WLAN-Netze, Eero. Das US-Startup bietet sogenannte Mesh-Systeme an, bei denen mehrere WLAN-Router zusammengeschaltet werden. Dabei können im Haus größere Flächen ohne Geschwindigkeitsverlust abgedeckt werden.

Amazon will den Anschluss vernetzter Geräte im Haushalt erleichtern. Die Assistenzsoftware Alexa wird dabei immer mehr zur Schaltzentrale für alle möglichen Smarthome-Geräte von Lampen über Steckdosen bis hin zu Türschlössern. Einer der größten Konkurrenten für Amazon ist Google mit seinen Smarthome-Aktivitäten. In Deutschland versucht die Deutsche Telekom mitzuhalten.

Japans Softbank investiert in Roboterwagen

Neben Amazon, Google oder Huawei spielt auch der japanische Softbank-Konzern eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung. Softbanks Aktivitäten sind zwar umstritten, weil Saudi-Arabien hier viel Geld mit zuschießt und das Land ja seit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in der Kritik steht. Das macht das Unternehmen aber nicht weniger gefährlich. Nun finanziert Softbank einen Rivalen der deutschen Autoindustrie und steckt 940 Millionen Dollar in die Entwicklung selbstfahrender Autos.

Nuro.ai

Nuro.ai

Die Finanzspritze geht an die Roboterwagen-Firma Nuro.ai. Das Unternehmen aus Kalifornien hat ein kleines vollautomatisches Lieferfahrzeug entwickelt. Nuro.ai hat damit schon einen ersten Lieferservice in der Stadt Scottsdale im US-Staat Arizona am Laufen. Erst vor wenigen Tagen hat sich Aurora, eine andere Roboterwagen-Firma, gut 500 Millionen Dollar bei Investoren geholt - darunter (schon wieder) Amazon.