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Absurder Streit um Bikinifotos sorgt für Verwirrung im Netz | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Auf Bumble noch erlaubt: Bikini-Foto unter freiem Himmel.

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    Absurder Streit um Bikinifotos sorgt für Verwirrung im Netz

    Dating-App Bumble verbietet Bikinifotos - aber nur, wenn sie in Innenräumen aufgenommen wurden. Die absurde Geschichte zeigt wieder einmal, wie unklar und scheinbar willkürlich die Richtlinien auf vielen Social Media-Plattformen oft sind.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Dating-Apps sind gerade in der Corona-Krise gefragter denn je - das spürt auch die App Bumble, die schon kurz nach ihrer Gründung als das "feministische Tinder" bezeichnet wurde. Wenn auf der App eine Frau und ein Mann "gematched" haben, muss die Frau die erste Nachricht absenden: Ein Mechanismus, der Userinnen der App mehr Sicherheit geben soll. Dieses Jahr nutzten über 100 Millionen Menschen Bumble.

    Bikini-Fotos ja - aber nur draußen

    Doch trotz des frauenfreundlichen Auftretens ist Bumble nun in eine Kontroverse geraten. Der Grund: Eine Userin aus Los Angeles hatte ein Profil-Foto von sich in Bustier und Jogginghose hochgeladen. Obwohl darauf nur wenig Haut zu sehen war, wurde das Foto gelöscht. Bumble verwies auf die internen Richtlinien: "Keine Bilder in Unterwäsche."

    Die Userin fragte nach, warum dann Bikini-Fotos erlaubt seien. Bumble erklärte: "Auf Bumble ist es erlaubt, ein Bikini-Foto zu haben, aber wir bitten darum, diese Fotos im Freien aufzunehmen. In Innenräumen sieht es zu sehr aus wie Unterwäsche."

    Männliche Brustwarzen erlaubt - weibliche nicht

    Absurder Streit rund um solche Regeln von Social Media-Apps sind nichts Neues. So sind etwa auf Instagram Fotos von weiblichen Brustwarzen verboten, Fotos von männlichen Brustwarzen aber erlaubt. 2018 machte sich eine Gruppe von Instagram-Nutzerinnen über diese Regelungen lustig, indem sie Aufnahmen von männlichen Brustwarzen per Photoshop auf Fotos ihrer Brüste legten. Offiziell also kein Regelverstoß.

    Eine andere Kontroverse sorgte vor einigen Jahren dafür, dass Facebook Fotos von stillenden Müttern erlaubte - obwohl weibliche Brüste eigentlich auf der Plattform verboten sind. Trotz der Ausnahmeregelungen gibt es immer wieder Berichte von Fotos, die fälschlicherweise durch Facebook gelöscht wurden.

    Die Entscheidungen treffen Algorithmen

    Social Media-Plattformen haben hier keine leichte Aufgabe. Einerseits ist es in ihrem Interesse, die Freiheit ihres Publikums nicht einzuschränken, andererseits bemühen sich die meist werbefinanzierten Plattformen darum, keine nicht-werbefreundlichen Inhalte zu erlauben. Und dank der schieren Masse an Fotos, die jeden Tag auf den Apps hochgeladen werden, lassen sich die oft grenzwertigen Entscheidungen meist nur mithilfe von fehleranfälligen Algorithmen treffen.

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