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5G-Versteigerung: Die wichtigsten Fragen und Antworten | BR24

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In Mainz begann heute die Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Er soll mehr Daten schneller transportieren. Eine flächendeckende Mobilfunkversorgung mit der neuen Technik ist aber nicht vorgesehen.

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5G-Versteigerung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Selbstfahrende Autos, Telemedizin, smarte Fabriken: 5G soll ganz neue Anwendungen ermöglichen. Heute beginnt die Versteigerung der entsprechenden Frequenzen. Wir erklären, wie die Versteigerung abläuft und warum 5G so wichtig ist.

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Was ist 5G?

5G steht für den Mobilfunkstandard der fünften Generation. Als erste Generation kann die Etablierung des Mobilfunks angesehen werden, dessen Ursprünge bis Ende der 50er Jahre zurückreichen. Mit 2G war dann erstmals mobiles Internet möglich. Der heutige Standard heißt 4G und wird auch als LTE-Advanced bezeichnet.

Warum ist 5G so wichtig?

Mit 5G soll das mobile Internet noch schneller werden, Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde sollen per 5G erreicht werden. Damit könnte man beispielsweise einen kompletten Film in sekundenschnelle herunterladen. Fast wichtiger als die reine Download-Rate, ist aber die geringere Latenz (Reaktionszeit). Die soll bei 5G dramatisch niedriger sein als bei 4G-Netzen.

Was bringt dem Verbraucher 5G?

Für allem die niedrigere Latenz soll neue Anwendungen erlauben, bei denen Geräte schnell reagieren müssen. Dazu gehören autonome Fahrzeuge genauso wie die Tele-Medizin, bei der beispielsweise ein Operateur medizinische Eingriffe aus der Ferne durchführt. Auch das Internet der Dinge soll vom neuen Standard profitieren, ebenso vernetze Produktionsabläufe in der Industrie. Laut Experten sollen statt 7 Milliarden, mit Hilfe von 5G irgendwann 500 Milliarden mobile Endgeräte mit dem Internet verbunden sein.

Wann haben wir 5G in Deutschland?

Die ersten 5G Handys wurde bereits vorgestellt, das Netz wird hierzulande aber wohl erst ab 2020 zur Verfügung stehen, vermutlich zunächst nur in den Großstädten. Die Bundesnetzagentur verpflichtet, die an der Versteigerung teilnehmenden Mobilfunkanbieter bis Ende 2022 98 Prozent aller Haushalte mit 5G zu versorgen. Auch Autobahnen und Bahngleise müssen mit schnellem, mobilen Internet versorgt werden. Die Regeln waren den Mobilfunk-Unternehmen ein Dorn im Auge, neun Unternehmen reichten sogar Klage gegen diese Auflagen dagegen ein – bislang ohne Erfolg.

Ist 5G gefährlich?

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zu einem „umsichtigen Ausbau“ der 5G-Netze, insgesamt seien aber keine Gesundheitsgefahren zu befürchten, so lange die Grenzwerte eingehalten werden. Allerdings könnten im Zuge von 5G auch irgendwann Frequenzen genutzt werden, deren Auswirkungen auf den Menschen noch wenig erforscht sind. Solche Frequenzen werden aber nicht Teil dieser Versteigerung sein.

Wer nimmt an der Versteigerung teil?

O2, Vodafone und natürlich die Telekom. Bemerkenswert ist die Teilnahme des vierten Teilnehmers nämlich 1&1/Drillisch. 1&1/Drillisch gehört zum Internet-Provider United Internet und ist mit Abstand das kleinste Unternehmen, das beim Bieterkampf mitmischen wird. Die Auflagen für 1&1/Drillisch wurden etwas gelockert, so muss das Unternehmen beispielsweise zunächst nur die Städte versorgen.

Wie läuft die Versteigerung ab?

Die Versteigerung ist sehr viel komplexer als bei eBay oder einem analogen Auktionshaus. Versteigert werden 41 Frequenzblöcke. Die Versteigerung ist erst vorüber, wenn niemand mehr ein Gebot auf einen der Blöcke abgibt. Der Ablauf ist streng reglementiert: Die Beauftragten der Firmen müssen persönlich vor Ort anwesend sein, werden abgeschirmt und halten per Festnetz Kontakt zu hoch spezialisierten Teams aus Mathematikern, Spieltheoretikern und Betriebswirten, die sie bei der Versteigerung instruieren.

Experten gehen davon aus, dass die Versteigerung mehrere Wochen dauern wird. Zum Vergleich: 2015 dauerte eine Frequenz-Versteigerung drei Wochen. Die legendäre Versteigerung aus dem Jahr 2002, als sich Telekommunikationsanbieter um die UMTS-Lizenzen balgten, dauerte hingegen ganze sechs Wochen.

Wie sehr wird der Staat profitieren?

Experten erwarten, dass der Staat aus der jetzigen Auktion bis zu fünf Milliarden Euro einnehmen könnte. 2002 konnte sich der damalige Finanzminister Hans Eichel hingegen über Einnahmen in Höhe von gut 50 Milliarden Euro für die Staatskasse freuen. Das Geld allerdings fehlte anschließend für den Netzausbau und so wird von manchem Experten der damalige Geldsegen heute für das schlechte deutsche Mobilfunk-Netz mitverantwortlich gemacht.

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