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5G-Verschwörung: Es sterben keine Bäume für unser Netz | BR24

© dpa picture alliance

Gefällte Bäume

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    5G-Verschwörung: Es sterben keine Bäume für unser Netz

    Online verbreiten sich immer wieder neue Gerüchte über den Ausbau des 5G-Netzes. Eine aktuelle Theorie: In Städten und Dörfern werden massenhaft Bäume gefällt, um Platz für den neuen Mobilfunkstandard zu schaffen.

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    Eine grüne, mit Moos bewachsene Landschaft, in der ein gutes Dutzend abgeholzter Bäume zu sehen sind. Traurig und grau stehen die Stümpfe da, unter dem Bild die Frage: "Werden unsere Bäume G5 geopfert?"

    Müssen Bäume massenhaft für 5G-Masten weichen?

    So und so ähnlich wird auf vielen Blogs und in zahlreichen Youtube-Videos derzeit ein gruseliger Verdacht verbreitet: Der Verdacht, dass jetzt schon flächendeckend tausende Bäume gefällt werden, um Platz für den neuen Mobilfunkstandard 5G zu machen. Die Theorie: Bäume werden abgeholzt, da sie die Signale blockieren und außerdem werde der Platz für neue Sendemasten gebraucht.

    Freie Bahn für das 5G-Signal?

    Vermeintliche Belege werden in den Blogs natürlich auch aufgelistet. Viele Userinnen und User posten Bilder aus ihren Städten in Soziale Netzwerke: Scheinbar brutal niedergemähte Alleen oder zersägte Baumstämme, die in den Straßen aufgetürmt werden. Außerdem verbreitet sich ein Whitepaper, also eine Art Informationsblatt, in dem angeblich empfohlen wird, Bäume in den Städten zu fällen, damit das Signal freie Bahn hat.

    Ralf Nowotny ist Autor bei Mimikama, einem Blog, der über Missbrauch und Falschmeldungen im Netz aufklärt und genau solche Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Er hat mit seinem Team ein ganz bestimmtes Foto überprüft, das gerade durchs Netz gereicht wird. Zu sehen ist eine Straße in den Niederlanden, in der eine Reihe Bäume gefällt wurden.

    In Zusammenarbeit mit einer Kollegin aus Amsterdam und einem Anwohner der abgebildeten Straße, hat Ralf Nowotny herausgefunden: Diese Bäume wurden tatsächlich vor kurzem niedergesägt – allerdings nicht, weil sie dem 5G-Netz weichen mussten, sondern weil sie schlicht eingegangen sind. Und auch das Whitepaper, das Fällungen empfehlen soll, hat sich Nowotny genauer angeschaut: An keiner Stelle ist die Rede davon, dass Bäume dem neuen Mobilfunkstandard weichen müssen. In dem Schreiben werden lediglich Empfehlungen gegeben, wie man mit dem "Störfaktor Baum" umgeht. Zum Beispiel, indem man die Masten speziell in ländlichen Gebieten hoch genug baut, sagt Nowotny.

    5G-Baumfäller-Theorie - "Es springen gerade sehr viele auf"

    Die 5G-Baumfäller-Theorie werde vermutlich dennoch weiter verbreitet, schätzt Ralf Nowotny: "Es springen gerade sehr viele auf", einige Userinnen und User suchen gezielt nach Motiven. Er finde im Netz immer neue Bilder abgeholzter Bäume, denen er nachgeht. "In keinem Fall wurden die Bäume einfach so gefällt", sagt er. "Es gab immer eine Begründung: Weil dort andere Bauarbeiten stattfanden, weil die Straße verbreitert wurde oder weil es Sturmschäden an den Bäumen gab."

    Denn das ist das Tückische: Es stimmt, dass 5G-Signale durch Bäume, auch durch Gebäude gestört werden können. Und es ist auch korrekt, dass im Zuge des Netzausbaus viele neue Masten hochgezogen werden müssen. Das Problem ist, dass die Reichweite insbesondere hoher 5G-Frequenzen klein ist und Netze daher engmaschiger gebaut werden müssen. Dazu wiederum bedarf es mehr Funkmasten. Doch wo genau diese hingestellt werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr unsicher, sagen auch Fachkundige.

    Vergabe der Frequenzen läuft noch - Standorte derzeit noch unklar

    Gerade erst läuft die Vergabe der Frequenzen, gestern erst hat die Versteigerung in Deutschland laut den Daten der Bundesnetzagentur die Marke von vier Milliarden Euro überschritten. Eine schnelle Einigung scheint vor dem Hintergrund derzeit unwahrscheinlich. Und erst wenn diese Frage geklärt ist, wird das Netz von den entsprechenden Privatunternehmen ausgebaut. Dies kann also noch eine ganze Weile dauern.

    Weitere Informationen zum Netzausbau für den neuen Mobilfunkstandard 5G finden Sie hier.

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    Von
    • Anna Bühler
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