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10 Jahre Instagram: Vom Bilderdienst zur Problemplattform | BR24

© Lance Matthew Pahang / Unsplash

10 Jahre Instagram-Ästhetik

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    10 Jahre Instagram: Vom Bilderdienst zur Problemplattform

    Fake News, Promis und Datenschutz-Probleme: Instagram ist schon lange in der harten Realität angekommen. Dabei hat die App vor zehn Jahren ganz bescheiden begonnen. Ein Rück- und Vorausblick.

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    Bescheidene Anfänge

    Als die Foto-App Instagram vor zehn Jahren an den Start ging, ließ sie fast keine Freiheiten. Man konnte nur Fotos hochladen, keine Videos. Und Fotos auch nur in einem quadratischen Format, das an alte Polaroid-Ästhetik erinnerte. Für Android-Smartphones war Instagram lange nicht verfügbar, nur wer ein iPhone hatte, konnte die App nutzen. All das brachte Instagram den Ruf einer "Hipster-App" ein.

    Der erste Instagram-Post aus dem Jahr 2010 zeigt die damalige Ästhetik genau: Eine mit zahlreichen Filtern bearbeitete Fensteraufnahme von Instagram-Gründer Mike Krieger.

    Sprung in die Zukunft

    Ein typisches Instagram-Foto von heute sieht anders aus.

    Immer die gleichen Gesichter

    Der Instagram-Feed von heute ist vor allem geprägt durch die gleichen Gesichter, die schon ohnehin überall sonst zu sehen sind. Die Zeiten, in denen die App so etwas wie eine separate Community unterhielt und man von einer "Instagram-Kultur" sprechen konnte, sind lange vorbei. Stars wie Dieter Bohlen, Christiano Ronaldo und Kim Kardashian dominieren die Plattform. Instagram ist für die meisten Nutzer heute eine Weiterführung der klassischen Medienwelt, mit den gleichen Gesichtern, die man überall sonst auch sieht - plus ein paar Familienmitglieder und Freunde.

    Was Facebook mit Instagram gemacht hat

    All das geht vor allem zurück auf den Einfluss von Facebook. In einem Deal, der schnell Fragen nach Kartell- und Monopolbildung aufwarf, kaufte Facebook 2012 die noch junge App Instagram für eine Milliarde Dollar. Der Zuckerberg-Konzern sah in der App vor allem eine Möglichkeit, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Das einstige Flaggschiff Facebook wird mittlerweile primär von Menschen über 40 benutzt.

    Die Facebook-Agenda für Instagram war denkbar einfach: Die App zur wichtigsten Social Media-Plattform für junge Menschen aufbauen. Erst gab es eine App auch für Android-Smartphones, dann wurde eine Nachrichtenfunktion hinzugefügt, man konnte auch nicht-quadratische Bilder hochladen, Videos wurden erlaubt und schließlich kopierte Instagram die beliebte "Stories"-Funktion vom Konkurrenten Snapchat.

    Fake News und Datenschutz - Die Realität holt Instagram ein

    All das hatte Erfolg: Im Sommer 2018 erreichte Instagram die Marke von einer Milliarde Nutzern. Der Preis dafür: Spätestens seit das neueste Instagram-Konzept "Reels" - mit der man den aktuellen Konkurrenten TikTok angreifen will - die App übernommen hat, ist Instagram endgültig keine Foto-App mehr, sondern eine gigantische Social Media-Plattform.

    Und mit diesem neuen Status kommen auch die Probleme, denen sich Instagram als das "nette" Social Network lange entziehen konnte: Fake News und Verschwörungstheorien werden immer häufiger auch über Instagram verbreitet. Die Verbindung zum Facebook-Konzern sorgt zudem für zahlreiche Datenschutzprobleme, etwa dass über Instagram gesendete Daten auch für politische Werbung missbraucht werden können. Und der Zwang, immer perfekte Fotos von angeblich perfekten Leben zur Schau zu stellen, setzt vor allem junge Nutzerinnen unter einen psychologischen Druck.

    Was folgt für Instagram?

    Der Facebook-Konzern hat es in den letzten acht Jahren zweifellos geschafft, möglichst hohe Nutzerzahlen aus Instagram herauszuholen. Doch in letzter Zeit stellt sich die Frage: Gibt es vielleicht doch ernsthafte Konkurrenz? Die chinesische App TikTok wirkt für viele junge Menschen frischer und weniger vollgestopft wie das mittlerweile zehn Jahre alte Instagram. In Internetzeit ist eine Dekade eben doch eine Ewigkeit.

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