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Geschmackloser Facebook-Post Nach Einschläferung von "Chico": Tierschützer fordern Tod der Verantwortlichen

Nach der Beißattacke und der darauf folgenden Einschläferung des Hundes "Chico" sorgt ein Facebook-Post der Münchner Tierschutzgruppe "Animal Peace" für Aufregung: Darin spricht sie von Mord an dem Tier und fordert im Gegenzug den Tod der Entscheidungsträger.

Von: Stefanie Gentner

Stand: 17.04.2018

ARCHIV - 09.04.2018, Niedersachsen, Langenhagen: Der Staffordshire-Terrier-Mischling «Chico» steht in einem Gehege im Tierheim Hannover. Der Hund soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus getötet haben. In Hessen kam ein Säugling durch den Biss eines Mischlingshundes, vermutlich auch ein Staffordshire-Mix, ebenfalls zu Tode.   (zu dpa vom 11.04.2018: «Kowu» fiel Baby im Wohnzimmer an - Obduktion soll Hinweise bringen) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Hauke-Christian Dittrich

Nach der Beißattacke und der darauf folgenden Einschläferung des Hundes "Chico" sorgt ein Facebook-Post der Münchner Tierschutzgruppe "Animal Peace" für Aufregung. Der Aufruf der Tierschützer in dem Sozialen Netzwerk lautet folgendermaßen:

"Chico wurde heute ermordet. Wehe den Besiegten! 8 Jahre lang gefoltert, dann eilte tagelang der Rufmord dem Mord an seiner Person voraus. Tod den Entscheidungsträgern! Wir fordern die Todesstrafe für die verantwortlichen unberechenbaren Mörder: Die Vertreter der Stadt Hannover, der Tiermedizinischen Hochschule, des 'Tierheims' und des Landwirtschaftsministeriums. Animal Peace."

Tötung aufgrund der Gefährlichkeit

Im Netz und in den Sozialen Medien hat der Post kontroverse Diskussionen hervorgerufen. Florian Schneider, Münchner Rechtsanwalt für Strafrecht, bewertet die Aktion "äußerst kritisch". "Ich kann hier nur einen (strafbaren) Aufruf nicht nur zur Gewalt gegen die Entscheidungsträger, sondern vor allem zu ihrer Ermordung erkennen", sagt Schneider auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Die Tötung des Hundes "Chico" stehe nicht im Widerspruch mit dem Tierschutzgesetz, sondern in Übereinstimmung damit. Ein derart gemeingefährliches Tier müsse getötet werden, da es eben für alle eine Gefahr darstellt, so Schneider. "Hier ist nicht nur eine klare Gegenposition veranlasst, sondern auch eine Strafanzeige!"

Der Staffordshire-Mischling aus Hannover hatte Anfang April seine 52 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn totgebissen. Am Montag war das Tier nach einer Untersuchung eingeschläfert worden.


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