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Immer mehr Radler in den Bergen Mountainbiker sollen umgelenkt werden

Immer öfter fahren Mountainbiker und E-Biker auf Trampelpfaden, Wanderwegen oder gleich querfeldein. Dabei entstehen Schäden - und Konflikte. Das will die CSU nun ändern und hat im Umweltausschuss die Staatsregierung aufgefordert, das Problem anzugehen.

Von: Johannes Reichart

Stand: 12.04.2018

Archiv: Moutainbiker am Hirschbichl-Pass vor dem Hochkaltermassiv im Berchtesgadener Land | Bild: picture-alliance/dpa/Thomas P. Widmann

Es ist Zeit, das Problem anzugehen, findet Eric Beißwenger. Der CSU-Abgeordnete aus dem Allgäu berichtet von den Klagen der privaten Grundstückseigentümer, deren Wege zuhauf von Mountain-Bikern und E-Bikern genutzt werden. "Der Bogen ist in vielen Bereichen überspannt. Wenn die Schäden in der Natur massiv sind, dann geht's ja nicht nur um finanziellen Ausgleich. Denn die Wege müssen ja auch wieder instand gesetzt werden. Die Grasnabe ist teilweise so stark verletzt, dass es bis zu meter-tiefe Erosionsspuren gibt, und da müssen wir natürlich eingreifen", sagt Beißwenger.

Auch auf kleinen Fußwegen, die für den Viehtrieb genutzt werden, oder auf Wanderwegen rasen die Mountainbiker entlang, und ihre Zahl nimmt stetig zu. Gegen das Problem wollen die CSU-Umweltpolitiker nicht mit Verboten vorgehen, betonen sie immer wieder. Aus Sicht von Beißwenger braucht es "Besucher-Lenkungs-Konzepte": "Wir wollen keine Verbote. Denn das Problem ist auch: Die Verbote müssen vollzogen werden. Wer soll das vollziehen? Wir können nicht an jedem Feldweg einen Sheriff stehen haben."

Tafeln sollen Mountainbiker umlenken

Mit ihrem Antrag fordern die Abgeordneten die Staatsregierung darum auf, mit Tafeln die Mountainbiker auf andere Wege zu lenken, die für sie besser geeignet seien. Außerdem sollte man darüber nachdenken, mehr spezielle Mountainbike-Strecken anzubieten, so Beißwenger.

Wenn nichts getan werde, könnten private Wegeeigentümer irgendwann die Trampelpfade komplett sperren, warnt der Umweltpolitiker, aus Angst, für Radunfälle haften zu müssen. Denn das könnten diese theoretisch tun: Zwar ist im bayerischen Naturschutz das sogenannte "freie Betretungsrecht" festgeschrieben, nach dem alle Teile der freien Natur, also Wälder, Bergweiden, Auen, Uferstreifen und sogar landwirtschaftlich genutzte Flächen, von jedermann unentgeltlich betreten werden dürfen – aber mit dem Zusatz, dass Grundeigentümer dieses Recht einschränken können, wenn große Schäden an der Natur entstehen.

Wie soll man Regeln durchsetzen?

Dem Antrag stimmten die Grünen und die Freien Wähler zu, die SPD enthielt sich. Der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn fragt sich, wie die Regierung Mountainbiker in der Praxis auf andere Wege lenken will: "Wer soll denn das durchsetzen und kontrollieren? Wir haben uns gefragt, ob die CSU jetzt die bayerische Bergpolizei - nach der bayerischen Grenzpolizei - schaffen will."

Der Radverkehr müsse insgesamt in Bayern besser geregelt werden, findet der Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses, Christian Magerl: "Nicht nur im Alpenraum gibt es in erheblichem Umfang Konflikte. Ich kenne das bei uns von der Isar auch: Dass die Leute halt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind. Das ist beispielsweise die Familie mit Kindern, die sehr langsam auf solchen Wegen unterwegs ist. Und ich selbst bin E-Bike-Fahrer. Ich mache das sehr gerne, das ist eine schöne Geschichte... Und diese Erholung, auch mit Mountainbikes, wollen wir nicht unterbinden. Aber wir müssen dazu kommen, dass wir ein sinnvolles Nebeneinander der Erholungssuchenden haben in der freien Natur."

Immer wieder fordern auch Naturschützer und Wanderer, dass das Mountainbiken in den Alpen besser reglementiert werden soll. Der Deutsche Alpenverein etwa plädiert dafür, dass die Haftung bei Rad-Unfällen auf privaten Wegen künftig nicht mehr beim Grundbesitzer liegt. Die Erosionsgefahr auf den Wegen hingegen ist nach Ansicht des Alpenvereins nur marginal.

Grundstückeigentümer, Wanderer, Mountainbiker - der Konflikt um die Wege im Alpenvorland wird wohl nicht mit Hinweisschildern aus der Welt geschafft werden.


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Manfred, Donnerstag, 12.April, 23:44 Uhr

12. Meinung zu Schäden in der Natur und Sündenbock "Mountainbiker"

Es ist Schade dass mann immer einen Sündenbock für eine Misswirtschaft, unfähige Konzepte und Fehlentscheidungen sucht. Mein Eindruck ist dass derzeit der Mountainbiker hierfür herhalten muss. Mittlerweile bin ich fast 30 Jahre mit dem Mountainbiker im Innland und im Ausland unterwegs und hab mit Sicherheit viele komische Situationen und Schäden in der Natur miterlebt. Aber eins ist sicher, die Schäden die in meinem näheren Umfällt von der Forstwirtschaft angerichtet wurden haben nichts mit dem Mountainbiker zu tun. Und diese sind noch nach Jahrzehnten erkennbar. Ich würde mir Wünschen, dass die einzelnen Problemsituationen den entsprechenden Wegstrecken bzw, Mountainbike-Art zugeordnet, diskutiert und bewertet werden. Mann kann nicht alles in einenTopf schmeißen und ein Problem kreieren. Aus meiner Sicht müssen Konzepte erarbeitet werden damit sich Biker und Wanderer nähern bzw. verstehen und keine Schafrichter geklont werden.

Martin Eiberweiser, Donnerstag, 12.April, 20:28 Uhr

11. Inhalt des CSU-Antrag

1) Wo kann man denn den Allgäuer CSU-Antrag im Original nachlesen, dass man weiß, was überhaupt beantragt wird?
2) Geht aus dem Antrag hervor, dass man sich vor der Antragstellung ausreichend intensiv mit allen Betroffenen und deren Argumenten auseinander gesetzt hat und daraus ableiten kann, dass - wie aus dem BR-Bericht für mich resultierend resultierend - getrennte Wege von Wanderern und Mountainbikern gegangen/gefahren werden müssen
3) Kennt der Antragsteller das vielseitige Engagement des Alpenvereins und der DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike) für ein umweltbewusstes Biken und für ein gemeinsames Miteinander ?
Ich bekenne mich mal vorab (als Wanderer, Bergsteiger, Mountainbiker; Reiter bin ich leider keiner) für ein gemeinsames verantwortungsbewusstes Miteinander!
Mit den wenigen schwarzen Schafe (wohlgemerkt zu finden in allen Lebenslagen) werden wir wohl in allen Generationen leben müssen.

Angelika , Donnerstag, 12.April, 18:17 Uhr

10. Immer mehr Menschen verbringen Urlaub in der Heimat, keine Auslandreisen mehr.

Je höher die Bevölkerungsdichte, um so mehr gehen sich die Menschen gegenseitig auf die Nerven, um so mehr wird die Natur zerstört. Deswegen bin ich gegen die unbegrenzte Einwanderung.

  • Antwort von RM, Freitag, 13.April, 07:00 Uhr

    Das Thema Flüchtlinge muss auch für alles herhalten. Was haben denn die Flüchtlinge mit jenen Mountainbikern zu tun, die rücksichtslos durch die Wälder düsen?
    Einschränken muss man das aber schon. Bei einem Urlaub in Bad Hindelang haben wir das erlebt, man muss an einem Berg an vielen Stellen aufpassen, weil sie da herabgerast kommen. Aber an anderen Bergen fahren Gleitschirmflieger mit dem Lift hoch und schweben nach unten, werden schreckliche Spaßbauten gebaut, jede Menge Hinweisschilder wie dreidimensionale Lexika aufgestellt und so weiter. Die Alpen werden immer mehr zerstört für das Freizeitvergnügen der Menschen.

Moni, Donnerstag, 12.April, 17:06 Uhr

9. Verbot

Man sollte das Spaß-Radeln in den Bergen vollständig verbieten, denn was soll das. Wer auf die Berge will, soll zu Fuß gehen.
Gehhilfen (mit Rädern) oder dergleichen sind etwas anderes.

  • Antwort von Mani, Donnerstag, 12.April, 20:30 Uhr

    Man sollte auch das Autofahren verbieten, es sterben täglich Menschen deshalb!
    Ironie off...

  • Antwort von nightmare, Freitag, 13.April, 04:12 Uhr

    Wehret den Anfängen, das wär's gewesen. Wie ich die Radfahrer kenne, werden sie sich ihr vermeintliches Recht nicht mehr nehmen lassen.

Manfred, Donnerstag, 12.April, 17:05 Uhr

8. Mit Rücksicht mache ich zwei Leuten eine Freude

Ich fahre ca. 10'km im Jahr mit dem Rad und was ich sehe sind Radfahrer die so Fahren wie sie auch im Auto unterwegs sind . Radgruppen sind an Arroganz und Selbstherrlichkeit nicht mehr zu toppen , da habe ICH anzuhalten und Platz zu machen . Das absolut letzte sind die MoFa's die es mit eigenem Schweiß NICHT schaffen einen Berg hochzufahren und diese Leut überschwemmen gerade die Wanderwege . Moral und Anstand sind seit den ,,Sozialen Netzwerken ’’ auch in anderen Bereichen den Bach runtergegangen . Ich muß leider auch für die Dumpfbacken unter den Radlern die Suppe mit auslöffeln .