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Entscheidung des Kultusministers Modellversuch "Islamunterricht in deutscher Sprache" kommt auf Prüfstand

Bayern wird den Modellversuch "Islamunterricht in deutscher Sprache" nicht ausweiten. Das bestätigte die Sprecherin von Kultusminister Bernd Sibler dem BR. Damit fährt Sibler einen anderen Kurs als sein Vorgänger.

Von: Günther Rehm

Stand: 06.04.2018

Islamunterricht (Symbolbild) | Bild: pa/dpa/Frank Rumpenhorst

Der Modellversuch ist bereits zweimal verlängert worden - zuletzt bis zum Juli des kommenden Jahres. Der Versuch werde bis dahin zu Ende geführt, sagte die Sprecherin des Kultusministers auf BR-Anfrage. Die in den vergangenen Monaten diskutierte Ausweitung auf weitere Schulen werde es innerhalb dieses Zeitraums nicht geben.

Kultusminister Sibler will den Modellversuch im Sommer 2019 wissenschaftlich auswerten lassen. Die zentrale Frage laute, ob die Ziele, die man sich gesetzt habe, erreicht worden seien, sagte seine Sprecherin. Davon hänge ab, wie es weitergehe. Der Minister hat beispielsweise einen verstärkten Ethikunterricht ins Gespräch gebracht.

Rund 14.000 Schüler nehmen teil

Islamunterricht in deutscher Sprache wird in Bayern seit 2009 angeboten. Im laufenden Schuljahr nehmen rund 350 Schulen - vorwiegend in Ballungsräumen - und mehr als 14.000 Schüler an dem Modellversuch teil.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband hatte sich für den Islamunterricht eingesetzt, weil er einer Radikalisierung vorbeuge. Auch Siblers Vorgänger Ludwig Spaenle hatte sich Anfang des Jahres noch dafür ausgesprochen, den Modellversuch flächendeckend auszuweiten.


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