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Verdächtige Imprägnierung Koffer unter Sprengstoff-Verdacht

Sicherheitskontrollen am Flughafen können unangenehm sein - vor allem wenn der Sprengstoff-Detektor Alarm gibt. Genau das ist einer Urlauberin am Flughafen Nürnberg passiert. Ihr Vergehen: ein nagelneuer Marken-Koffer und eingecremte Hände.

Von: Steffi Wagner

Stand: 12.07.2018

Das Handgepäck von Passagieren wird am Flughafen kontrolliert | Bild: picture-alliance/dpa

Meist sind es Fragen zum Gepäck oder das Abtasten der Kleidung: Der Sicherheits-Check am Flughafen ist nach 9/11 deutlich verschärft worden. Bei Sprengstoffverdacht aber wird es richtig unangenehm. Weist der eigene Koffer Sprengstoffspuren auf, rückt ganz schnell die Bundespolizei an. Genau das ist Diana Hofmann aus Adelsdorf in Mittelfranken am Flughafen Nürnberg passiert. Sie war auf dem Weg in den Urlaub nach Spanien - mit einem nagelneuen Marken-Koffer fürs Handgepäck.

"Ich hab ja nichts dabei gehabt, weder Waffen noch irgendwas, kam auch noch nie mit Waffen in Kontakt. Aber der Koffer hat eben Sprengstoffspuren aufgezeigt."

Diana Hofmann

Gefunden wurde: nichts

Hofmann musste alles auspacken und mehrmals durch die Sicherheitsschleuse. Erst als klar war, dass sie nichts Verbotenes in ihrem Koffer hatte, durfte sie weiterreisen. Vor dem Rückflug am Flughafen in Spanien dann das gleiche Spiel:

"Da war eine riesenlange Schlange und wirklich alle haben geguckt. Und ruckzuck waren zwei bis drei bewaffnete Beamte hinter mir gestanden (…) es wurde nur noch gesagt ‚Explosivo, explosivo‘."

Diana Hofmann

Hofmann musste wieder alles auspacken, vor den Augen der Wartenden um sie herum, und hatte Mühe, die Beamten zu beruhigen. Gefunden wurde – nichts. Doch wieso schlägt ein harmloser, neuer Koffer bei der Sprengstoffkontrolle an?

Gefährliche Handcreme

Eine Antwort darauf gibt die Flugaufsicht am Flughafen Nürnberg: Ursache können Imprägnierungen am neuen Koffer sein. Bei Sicherheitskontrollen innerhalb der EU wird routinemäßig eine Wischprobe von einzelnen Handgepäckstücken genommen. Die Probe wird dann in speziellen Geräten auf Sprengstoffspuren untersucht. Manche Imprägnierungen weisen wohl Stoffe auf, die das Gerät als explosiv einordnet – und dann Alarm schlägt.

Doch es gibt noch eine Möglichkeit für den falschen Alarm: Handcreme. Genauer: das darin oft enthaltene Glycerin. Als Stoff für sich allein îst es völlig harmlos, doch Glycerin wird auch bei der Herstellung von Sprengstoff verwendet.

"So kann es durchaus passieren, dass wenn man kurz vorm Abflug sich mit Handcremes eincremt, dass dann bei der Wischprobe es zu Alarm kommen kann."

Wolfgang Brunner, Luftamt Nordbayern der Regierung von Mittelfranken

Was in beiden Fällen hilft, unangenehme Zwischenfälle zu vermeiden: neue Koffer vor dem ersten Flug ausgiebig lüften und feucht abwischen, um Rückstände der Imprägnierung zu entfernen. Und direkt vor der Sicherheitskontrolle vorsichtshalber aufs Händeeincremen verzichten.


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