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Verfassungsschutz und NSU Nürnberger Grünen-Abgeordnete fordert Aufklärung

In Zusammenhang mit rechtsextremen Aktivitäten in Franken gerät der mutmaßliche Verfassungsschutz-Mitarbeiter Kai Dalek immer mehr ins Zwielicht. Nun hat die Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osgyan Aufklärung vom Innenminister gefordert.

Von: Martin Hähnlein

Stand: 23.05.2018

Kai Dalek (2018) | Bild: BR

In mehr als 20 Fragen will die Nürnberger Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osgyan von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wissen, in welcher Art Kai Dalek für den bayerischen Verfassungsschutz oder andere Bundes- und Landesbehörden tätig war. Osgyan zufolge ist nun "ein überragendes Interesse gegeben, das genau aufzuklären".

Kontakt mit NSU-Kerntrio?

Außerdem interessiert sich die Angeordnete aus Nürnberg für die Ermittlungsverfahren, die gegen Dalek geführt und größtenteils eingestellt wurden. Ein weiterer Punkt in dem Fragenkatalog sind die Kontakte von Kai Dalek zum NSU-Kerntrio. Dalek selbst bestreitet, mit Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und Uwe Mundlos in Verbindung gestanden zu haben. Jedoch taucht sein Name auf einer Kontaktliste des NSU auf.

Einige von Osgyans Fragen wurden bereits im NSU-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags behandelt, sind jedoch weitgehend unter Verschluss. Mit Verweis auf die Recherchen von BR und NN fordert Osgyan nun die Offenlegung der Informationen.

Untersuchung angekündigt

Vor vier Wochen war herausgekommen, dass Dalek womöglich nicht nur Zuträger, sondern sogar Mitarbeiter des Verfassungsschutzes gewesen sein könnte. Innenminister Joachim Herrmann kündigte daraufhin eine Untersuchung des Falls an.


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