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Streit um Krankenhausbetten Scharfe Kritik an der AOK

Mediziner aus Mittelfranken üben scharfe Kritik am scheidenden Präsidenten der AOK in Bayern. Dieser hatte erklärt, es gebe hierzulande zu viele Krankenhausbetten. Das Gegenteil sei der Fall, so die Mediziner.

Von: Marc Neupert

Stand: 13.03.2018

Mediziner aus Mittelfranken üben scharfe Kritik am scheidenden AOK-Präsidenten Helmut Platzer. Dieser hatte erklärt, es gebe in Deutschland zu viele Krankenhäuser und zu viele Betten. Das Gegenteil sei der Fall, sagte der Allgemeinarzt Sven Heidenreich aus Altdorf im Nürnberger Land dem Bayerischen Rundfunk.

Zu viel Arbeit für Bettensuche

Er verbrauche viel Zeit, um für seine Patienten ein freies Krankenhausbett zu finden.  "Anstatt meine Patienten zu behandeln, rufe ich mehrere Krankenhäuser an. Ich bin nur noch am Organisieren." Im Umkreis von 30 Kilometern seien aktuell alle Kliniken voll. Heidenreich erklärte, ein Patient sei während des Transportes nach Bayreuth sogar verstorben. In der Nähe sei kein Bett mehr zu finden gewesen.

Mehr Tote wegen überfüllter Krankenhäuser?

Er befürchtet, dass dies künftig öfter der Fall sein könnte. "Es werden mehr Menschen über die Klinge springen, weil die Ressourcen nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, wenn mal mehr als der Durchschnitt passiert." Heidenreich wirft den Krankenkassen vor, nur den maximalen finanziellen Gewinn im Blick zu haben. In diesem betriebswirtschaftlichen System sei ein leer stehendes Krankenhausbett unrentabel.

Fürther Klinikum: mehr Patienten in weniger Betten

Der medizinische Direktor des Klinikums Fürth Manfred Wagner sagte dem Bayerischen Rundfunk, er fände die Aussagen des scheidenden AOK-Direktors nicht hilfreich. Aus seiner Sicht sei keine Luft im System. "Wir haben bereits 20 Prozent Krankenhausbetten abgebaut. Und in diesen wenigeren Betten versorgen wir 25 Prozent mehr Patienten", so Wagner. Im Klinikum Fürth sind derzeit alle Betten belegt.

AOK sieht Überkapazitäten

Die AOK verweist auf den Krankenhausstrukturfonds und Vergleichszahlen aus Europa. In Deutschland stünden demnach fast drei Mal so viele Krankenhausplätze wie in Schweden zur Verfügung. Deutschland nehme in der EU den Spitzenplatz ein, so die AOK.


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Schwarzkopf Jürgen, Mittwoch, 14.März, 09:33 Uhr

3. Scharfe Kritik an der AOK

Bin ich froh, dass wir hier in Unterfranken die geschilderten Probleme nicht haben (chchch), den sonst würde das BFS in der "Frankenschau" bzw. "Frankenschau aktuell" ganz bestimmt darüber berichten. Die Region Nürnberg/Fürth ist halt in fast jeder Hinsicht der fränkische Problembär. Ich glaube, wir müssen mal für die armen Leute in und um Nürnberg eine Kollekte durchführen.

Thomas K., Mittwoch, 14.März, 09:18 Uhr

2. Scharfe Kritik an der AOK

Das ist wieder typisch für unsere intelligenten "Managern", im Büro rumhocken, Statistiken falsch interpretieren, Zahlen nicht verstehen, von der Praxis dafür überhaupt keine Ahnung - aber dann schlaue Vörschläge bzw. Ideen veröffentlichen. Und dann noch einen Haufen Geld kassieren.

Maria Kuhn, Dienstag, 13.März, 20:57 Uhr

1.

Wie kann denn die AOK Schweden mit Deutschland vergleichen? Haben beide Länder exakt gleich viele Einwohner, gleich viele Krankenhäuser und exakt die gleiche Anzahl krankenhauspflichtiger Personen? Würde wirklich 1:1 umgerechnet, wer von der AOK hat welche Statistik seinen eigenen Argumenten angepasst?
Mir kommt das sehr komisch und unseriös vor. Aber der Geldbeutel des scheidenden Herrn wird wohl voll genug sein. Kanner selbst überhaupt jederzeit souverän erste Hilfe leisten. Er ist ja wohl privat versichert und wird auch im Ruhestand pumperlgesund bleiben.