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FAU Erlangen-Nürnberg Musiklehrer streiken wegen schlechter Bezahlung

Die Lehrbeauftragten der Musikpädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) streiken heute ). Ab 10.00 Uhr werden sie vor der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg lautstark und auch musikalisch den Streik starten.

Von: Julia Hofmann

Stand: 13.11.2017

ILLUSTRATION - ARCHIV - Banknoten von 50, 20 und 10 Euro, liegen am 29.09.2010 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) auf einem Tisch. (zu dpa «Städtetag: Viele Kommunen werden Geld bei Privatbanken abziehen» vom 26.09.2017) Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Jens Wolf

Zwei Wochen lang wollen sie gegen die, aus ihrer Sicht „skandalös schlechte Bezahlung“ protestieren. Maximal zwölf Unterrichtsstunden pro Woche dürfen sie an der Uni die angehenden Lehrer und Lehrerinnen unterrichten. Jede Unterrichtsstunde wird mit je 22 Euro vergütet, ab kommenden Frühjahr soll auf 25 Euro erhöht werden. Vor- und Nachbereitungszeiten werden nicht bezahlt.

Reicht nicht für Lebensunterhalt

Das reiche hinten und vorne nicht, so die Lehrbeauftragte Andrea Fleißner gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Außerdem wird  das Honorar immer erst  am Ende des Semesters gezahlt, die Lehrbeauftragten gingen also in Vorleistung.  Das Fass zum Überlaufen bringe jetzt die Forderung des Freistaates an alle Lehrbeauftragten der Universitäten, eine Erklärung zu unterschreiben, mit der sie den Nebentätigkeitscharakter ihrer Lehrtätigkeit garantieren. Das habe nichts mit Wertschätzung zu tun, so Fleißner.

Appell an Landtag

Dabei seien die Universitäten auf die Lehrbeauftragten angewiesen, um die stetig ansteigenden Studentenzahlen bewältigen zu können. Mit dem Streik schicken die Lehrbeauftragten einen klaren Apell an den Landtag, den Universitäten in Bayern deutlich mehr Geld für die Bezahlung von Musik-Lehrbeauftragten zur Verfügung zu stellen.  


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Markus, Dienstag, 14.November, 08:08 Uhr

4. Problem ist größer

Diese Probleme gelten nicht nur für Musik unterrichtende Lehrbeauftragte, sondern für alle. Und wenn der Freistaat Bayern den Aspruch ernst nimmt, in erstklassige Bildung zu investieren, dann gehören diese Zustände geändert.

Barbara, Montag, 13.November, 14:22 Uhr

3. Das, was mit Musik-Lehrern getrieben wird, geschieht auch mit anderen Lehrern.

Jeder fertig ausgebildete Lehrer, gleich welcher Schulart, der keine Anstellung beim Staat bekommt, muß sich als sog. "Freiberufler" über Wasser halten und wird steuerlich als "Selbständiger" geführt, obwohl er in Wirklichkeit arbeitslos ist; er verdient - egal ob mit Privat-Stunden oder bei der Volkshochschule - nur einen Hungerlohn, muß den doppelten Beitrag an die Krankenkasse zahlen, wie jemand, der im Angestelltenverhältnis ist. Er verdient so wenig, daß Alters-Vorsorge fast unmöglich ist und am Ende bleiben allenfalls 400 € Rente, und das alles, bei oft besseren Qualifikationen, wie bei sog. "angestellten oder verbeamteten Lehrern"! Die massenhafte Altersarmut kommt ja nicht von ungefähr.

Wolfgang, Montag, 13.November, 13:45 Uhr

2. Warum alle den Schulen aufhalsen?

Früher wurde die Kulturtchnik Reiten und Pferdegespanne fahren beim Milität und auf Bauernland gelehrt und weitergetragen.

Segeln war Sache der Berufschiffer und Seeleute.

Heute ist das Ausüben, Lehren und Lernen dieser Kulturtechniken Sache von Freizeitsportlern. ebenso Segelfliegen, allein Sache von den Interessierten mit wenigen professionellen abe rnichtstaatlichen Ausbildungsmöglichkeiten, inkl. der Fluglehrerausbildugn, völlig staatsfern und ohne Zuschüsse.

Kann man nicht heute Gebrauchsmuusik da nichtmehr oder kaum bei der Arbeit gesungen wird ( nicht kann auf dem Mähdrescher ) auch Privatiniataive überlassen?

Was nicht ausschließt einige wenige Exelsensausbildungen für küftige Orchestermusiker, Dirigenten und auch neue Komponisten wie Grieg und Shostakovitch zu betreiben.

Es gibt Abiturienten mit 13 Jahren Musikunterricht die nur Disco- und Dudelfunk hören, es gibt Volksschüler mit Mendelsohn und Grieg auf dem smartphon für lange Bahnfahrten...

Christian Tournay, Montag, 13.November, 11:35 Uhr

1. Es geht nicht um Wertschätzung

Es geht nur darum, mäglichst viel Geld zu sparen und keine soziale Verantwortung übernehmen zu müssen.