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Vater des Wirtschaftswunders Das Ludwig-Erhard-Zentrum in Fürth wird eingeweiht

Der Mann mit der Zigarre gilt vielen als Vater des Wirtschaftswunders: Ludwig Erhard. In seiner Geburtsstadt Fürth wird heute das Ludwig-Erhard-Zentrum offiziell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeweiht.

Von: Tina Wenzel

Stand: 18.05.2018

Das neue Ludwig-Erhard-Zentrum will zugleich ein Ausstellungs-, Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum sein. Die Besucher erwartet ein deutschlandweit einmaliges Konzept, sagt Initiatorin und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises Fürth, Evi Kurz.

Bundeswirtschaftsminister und Bundeskanzler

Das Zentrum beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken Ludwig Erhards. Der gebürtige Fürther gilt vielen als der Vater des "deutschen Wirtschaftswunders" und der sozialen Marktwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Erhard zum ersten Bundeswirtschaftsminister der jungen Republik ernannt, 1963 wurde er zum Bundeskanzler gewählt.

Breit angelegte Ausstellung

Ehrhard-Figuren vor dem LEZ vom Künstler Ottmar Hörl.

Auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern bietet das Zentrum den Besuchern eine Dauerausstellung. Sie beginnt in den Räumen des Geburtshauses Erhards, in denen die jungen Jahre des Wirtschaftsexperten beleuchtet werden. Dann müssen die Besucher in den Neubau direkt gegenüber wechseln. Hier setzt sich die Ausstellung ab dem Jahr 1945 fort. Im Mittelpunkt steht nun die politische Karriere Erhards.

Noch nie gezeigte Exponate

Für die Ausstellung habe der Verein viele Originalstücke aus dem Leben Erhards zusammengetragen, so Evi Kurz: "Wir haben Bilder aus der Familie bekommen. Das sind für uns Sensationsfunde, weil wir sehen, wie es tatsächlich in der Wohnung Ludwig Erhards aussah. Wir haben die Eheringe von Ludwig Erhard. Das ist etwas ganz Besonderes und Persönliches."

Junge Besucher im Fokus

Rund 50 Medienstationen sollen vor allem junge Leute ansprechen. Aber auch die Jüngsten sollen in dem Zentrum etwas mitnehmen. Für Grundschüler wurde ein Lernsupermarkt eingerichtet, in dem sie spielend das Einkaufen lernen können. Sogar Kindergeburtstage könnten dort gefeiert werden, so Kurz.

Wie aktuell ist Erhard heute?

Zu Diskussionen soll der "Zukunftsraum" im zweiten Stock des Neubaus anregen. Die Initiatoren wollen zeigen, wie "hochaktuell Erhards Wirtschaftskonzept noch heute für die Themen Globalisierung, Digitalisierung und demographischen Wandel ist", sagt Kurz. Und schließlich sollen auch Studenten zu Erhards Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft am neugeschaffenen Lehrstuhl im Zentrum forschen.

Architektur des Neubaus eckt an

Die Kosten für das gesamte Projekt: rund 18 Millionen Euro. Das Geld kommt vom Bund, dem Freistaat, der Stadt Fürth und der privaten Stiftung Ludwig-Erhard-Haus. Unmut erregte die Architektur des Neubaus. Der "Betonklotz" gefällt nicht allen Fürthern. Einige haben am Donnerstagnachmittag (17.05.2018) gegen das Projekt demonstriert. Wer das Zentrum besuchen möchte, muss sich allerdings noch etwas gedulden. Denn noch ist nicht alles fertig. Am 20. Juni soll es mit einem großen Bürgerfest eröffnen.


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Kommentare

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Thomas A. H. Schöck, Freitag, 18.Mai, 19:49 Uhr

2. Architektur des Ludwig Erhard-Zentrums

Es gibt kaum ein Verfahren, das so viel mit demokratischen Elementen verwoben ist wie die Planung eines Gebäudes im öffentlichen Raum und mit öffentlicher Finanzierung. Das war auch beim Neubau des Ludwig Erhard-Zentrums nicht anders: Architektenwettbewerb, Baukunstbeirat, Stadtrat ...
Das wird in der Öffentlichkeit entweder unterdrückt oder bewußt nicht zur Kenntnis genommen.

Fürther, Freitag, 18.Mai, 07:56 Uhr

1. Grausamer Bau

Selten so ein gräßliches Gebäude gesehen!
Diese Bausünde paßt hier sowas von nicht hin!
Ich bin erschrocken, als wir davor standen!
Dafür zahlen wir Steuerzahler?