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Von Berlin nach München in unter vier Stunden Feierliche Eröffnung der neuen ICE-Strecke

Die neue ICE-Strecke zwischen München und Berlin wird heute offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet. Mit bis zu 300 Stundenkilometern können dann Fahrgäste zwischen den beiden Städten reisen – in unter vier Stunden.

Von: Tina Wenzel

Stand: 08.12.2017

In Nürnberg wird mit einem symblischen Knopfdruck die ICE-Strecke München-Berlin in Betrieb genommen. | Bild: BR-Studio Franken/Tina Wenzel

Zur Eröffnung finden entlang der Strecke mehrere kleine Festakte statt. So sind am Nürnberger Hauptbahnhof Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sowie der amtierende Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) zugestiegen und derzeit in Richtung Berlin unterwegs. Bei der zentralen Festveranstaltung in der Hauptstadt wird die Strecke dann offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet.

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Konkurrenz zum Flugzeug

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember geht die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in den Regelbetrieb. Dann fährt der ICE zwischen München und Berlin mit bis zu 300 Stundenkilometern – was die Fahrzeit um zwei Stunden auf knapp vier Stunden verkürzt. Damit will die Bahn den Fluggesellschaften Konkurrenz machen und mehr Fahrgäste gewinnen.

Größte Bahnbaustelle Deutschlands

Mehr als 25 Jahre haben die Planungen und Baumaßnahmen am sogenannten Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.8 gedauert – Deutschlands größter Bahnbaustelle. Modernste Technik wurde dabei an der Strecke verbaut. Die Bahn schätzt die Kosten des Projekts auf rund zehn Milliarden Euro. Doch es wird noch deutlich teurer, denn ganz fertig ist die Strecke noch nicht. In Bamberg zum Beispiel haben die Baumaßnahmen noch nicht einmal begonnen. Kritik kommt vom Bund Naturschutz: Das Projekt gehe auf Kosten der Umwelt und nutze nur Zugreisenden in den größeren Städten.


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Kommentare

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Barbara, Freitag, 08.Dezember, 12:56 Uhr

13. Bei der hohen Geschwindigkeit von 300 km/h kann man nicht einmal zum Fenster

hinausschauen. Da fliegt die Natur nur so vorbei; man kann die Gegend gar nicht anschauen.

  • Antwort von Klabuster, Freitag, 08.Dezember, 13:44 Uhr

    Wie wärs dann mit Laufen ?

Immer hintendran, Freitag, 08.Dezember, 12:33 Uhr

12. Echte Prioritätensetzung

Solange hat es mit der Autubahn durch den Thüringer Wald aber nicht gedauert.

Die Bahn bekam nur Geld für ihr Projekt, wenn der Straßenbau noch etwas übrig gelassen hat.
So wie immer seit der Republikgruendung.

Werner, Freitag, 08.Dezember, 12:13 Uhr

11. Und wo bleibt der Rest?

Ich fahre täglich die Strecke München Mühldorf
- Hauptbahn
- nicht elektrifiziert
- 1 gleisig
- Warten auf den Gegenzug in den einzelnen Bahnhöfen
- Dieselbetrieb (Die Loks BR 218 sind teilweise über 40 Jahre alt)
- neben dem Personenverkehr zusätzlich enormer Güterverkehr ins bayrische "Chemiedreieck"
- Stellwerke mit Seilzug für Signale und Weichen
- das muss man gesehen haben!
- Im Bahnhof Hörlkofen Baujahr 1898 (!)

Wie schon gesagt, tolle Sache der ICE unter 4 Stunden nach Berlin!
Aber wo bleibt der Rest der DB?

  • Antwort von Hebelbank und Fahrstrassenhebel, Freitag, 08.Dezember, 12:54 Uhr

    Nr. 12 gibt Ihnen die Antwort.

    Im Land von BMW und AUDI werden Sie doch ernsthaft keine Förderung der Bahn erwarten.
    Die wird weiterhin auf der königlich-bayerischen Infrastruktur herumrutschen, auch mit der damaligen Stellwerkstechnik.

  • Antwort von Hrdlicka, Freitag, 08.Dezember, 14:25 Uhr

    @Werner: neudeutsch nennt man das "Entschleunigung", und andere zahlen für sowas sogar richtig Geld ! Hörlkofen und Mühldorf haben das exclusiv ! Da wurde der Herr Verkehrsminister Hermann schlicht vom Heimatsmuseumsleiter Söder ausgebremst...oder wollte es vielleicht so, weil ja der Marcel Huber da her ist

ReiPar, Freitag, 08.Dezember, 12:03 Uhr

10. Fernzüge: Umweltgedanke und Reisedauer

Johannes,
die Reisedauer bemisst sich nicht zwischen Flughäfen (oder Bahnhöfen), sondern von Haustür zu Haustür. Wenn Flughäfen weit außerhalb der Stadt liegen, ist die Verbindung mit der Bahn oft schneller, weil - zumindest in deutschen Großstädten - die Bahnhöfe meist mitten in der Stadt sind.

Sehr geringe Auslastung habe ich bei ICEs schon lange nicht mehr gesehen, eher das Gegenteil. Natürlich kann man sich bei der Berechnung des Energieverbrauchs und der Schadstoffbelastung die Sache schönrechnen. Aber das ist dann wenig real.

Was die Preise betrifft: Die Bahn hat Sparpreise und Bahn-Cards. Das Auto kostet mehr als nur Kraftstoff. Und Flüge kosten auch meist mehr als es Sonderangebote vermuten lassen.

  • Antwort von Johannes, Freitag, 08.Dezember, 13:18 Uhr

    An ihrem Reisedauerargument ist natürlich was dran, für Großstädter mag das auch teilweise stimmen.
    Dennoch spart das Flugzeug auf der Strecke München-Berlin ganze 2:45h. Soviel Zeit fressen Anreise zum Flughafen und Abfertigung nicht ansatzweise.

    Die Auslastung von Fernzügen und innerdeutschen Flügen habe ich mir nicht selbst erdacht, sondern kurz recherchiert.
    Dabei habe ich mich auf Angaben der Deutschen Bahn selbst (53% in Fernzügen), bzw. von Lufthansa (80%) bezogen.
    Und natürlich, wenn sie zu "Stoßzeiten" mit dem ICE fahren wird der ziemlich randvoll sein. Aber in die Statistik gehen eben auch Züge ein, die z.B. Dienstagmittags nur 20% gefüllt sind.
    Ich hab mich vielleicht falsch ausgedrückt, ich bin gar nicht gegen Schnellzüge.
    Aber durch das Preismodell der Bahn sind die Fahrten leider extrem teuer (außer man ist Vielfahrer oder plant 6 Monate im Vorraus), und dann fragt man sich, warum man mehr dafür zahlen soll, um am Ende auch noch länger unterwegs zu sein...

Motzki, Freitag, 08.Dezember, 12:01 Uhr

9. Eitelkeiten

Leider ein Musterbeispiel für ein Projekt, das von der Politik und ihren Eitelkeiten bestimmt ist und nicht durch gesunden Menschenverstand.
Erfurt mußte ICE-Halt werden, um den Thüringer Ministerpräsidenten zufriedenzustellen. Deutlich billiger und deutlich besser für die Umwelt wäre eine andere Streckenführung gewesen.