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Nach Korruptionsverdacht in Bremen Ex-BAMF-Chef beantragt Disziplinarverfahren gegen sich selbst

Fünf Jahre leitete Manfred Schmidt das BAMF in Nürnberg. In dieser Zeit begannen wohl auch die mutmaßlichen Korruptionsfälle in Bremen. Nun hat er ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt, um seine Unschuld zu beweisen.

Von: Ulrike Lefherz

Stand: 17.05.2018

Manfred Schmidt, Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) | Bild: picture-alliance/dpa

Manfred Schmidt war Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), als in der Bremer Außenstelle die Unregelmäßigkeiten begannen. Drei Jahre lang soll dort mindestens 1.200 Menschen unrechtmäßig Asyl gewährt worden sein. Ein interner Bericht spricht von über 3.000 Fällen. Ex-Präsident Schmidt will nun offenbar seine Unschuld feststellen lassen und hat ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt. Gegen die verantwortliche Leiterin der Bremer Außenstelle ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Jahrelang mehr Personal gefordert

Auf dem Höhepunkt des großen Flüchtlingsandrangs hatte Schmidt als Präsident des BAMF entnervt das Handtuch geworfen. Zu dieser Zeit war die Behörde heftigster Kritik ausgesetzt, weil es mit den Asylanträgen der vielen Flüchtlinge hoffnungslos überfordert war. Dabei hatte Schmidt in den Jahren zuvor verzweifelt mehr Personal für seine Asylbehörde angefordert – vom Bundes-Innenministerium war dies aber stets abgeschmettert worden.


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HB, Samstag, 19.Mai, 08:49 Uhr

4. Korruptionsfälle in Bremen

die Bremer Politik und die Bremer BAMF Vorfälle stehen war nicht im unmittelbaren Zusammenhang, passen aber haargenau in das negative Image von Bremen der letzten sechs Jahrzehnte.

AfD-Wähler, Freitag, 18.Mai, 13:20 Uhr

3. Eine Behörde, die laut BILD nur 0,7% aller Anträge überprüft

ist keine Behörde, sondern ein hochsubventionierter Nichtsnutzladen. Was machen die eigentlich in so einer Behörde? Finger lackieren? Leben wir in einer Bananenrepublik? Ja. Offensichtlich. Es wird Zeit, dass man die Herren 68er aus den Ämtern entfernt. Sie sind offenkundig unfähig. Ich meine da nicht das BAMF im Speziellen. Aber es ist skandalös, wie hier ein modernes Land zum Narren gemacht wird und heruntergewirtschaftet wird.

Seppl, Donnerstag, 17.Mai, 11:26 Uhr

2. Herausragende Anerkennungsquote

Bremen hatte immer eine stark über dem Durchschnitt liegenden Anerkennungsquote bei Asylanträgen. Jedem Kontoller hätte das auffallen müssen. Dass da keiner was gemerkt haben will, das scheint mir schwer zu glauben.

  • Antwort von Anton W., Donnerstag, 17.Mai, 11:42 Uhr

    In Behörden gibt es ein seltsames Phänomen:
    Manche Dinge will man nicht wissen und man darf auch nicht darüber reden!
    Bisher hochgelobte Mitarbeiter würden dann ganz schnell nicht mehr ganz so gut aussehen und das will man nicht.
    Das entsprechende und natürlich richtige Parteibuch ist bei solchen Dingen nicht unwichtig!

  • Antwort von PS_ED, Donnerstag, 17.Mai, 13:17 Uhr

    Bei aller Kritik, aber mal ehrlich,
    Man muss schon die folgenden Fragen beantworten:

    Wie viele Probleme haben wir dadurch jetzt wirklich?! D.h. die Gefährer aus Münster, OEZ- München, Bataclan waren alles Menschen die hier (Europa) geboren wurden.

    Warum hat es sich nicht unter den Flüchtlingen, die nach Populisten Meinung ja alle so toll vernetzt sind und uns nur gefährden wollen, nicht herumgesprochen, stell deinen Antrag in Bremen?

    Was wurde an das Bundesinnenministerium gemeldet? Eigentlich sollten man davon ausgehen, dass man Anzahl Anträge und Anzahl abgelehnt bzw. genehmigt meldet, da man dies für etwaige kostenberechnungen braucht, und im Ministerium ist keiner aufmerksam geworden?

    ...

  • Antwort von dieter, Donnerstag, 17.Mai, 13:58 Uhr

    Anton, etwa so wie wenn die ÖR erst über GEZ Prozesse berichten wenn sie erfolgreich ausgegangen sind?
    Oder wenn über die sexuellen Übergriffe bei befreundeten Rundfunkanstalten geschwiegen wird?

    Ach, warten sie , das kann ja nicht sein , der ÖR ist ja schliesslich vollkommen unabhängig und neutral ! :D

gschaftlhuber, Donnerstag, 17.Mai, 11:00 Uhr

1. Mein Respekt

Und es bestätigt meine Meinung. Wir hatten keine Flüchtlingskrise, sondern eine Verwaltungskrise durch Ignoranz der Regierung