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Stromtrasse P53 Bund Naturschutz befürchtet Rodung von 135 Hektar Wald

Südlich von Nürnberg soll eine alte Stromtrasse erneuert werden. Der Bund Naturschutz befürchtet, dass im Reichswald deshalb zu viele Hektar Wald gerodet werden. Der BN stellt grundsätzlich die Notwendigkeit der Trasse in Frage.

Von: Ulrike Lefherz

Stand: 17.05.2018

Zwei Menschen mit einem Banner des Bund Naturschutz stehen im Wald unter einer Hochspannungsleitung | Bild: BR / Nicole Schmitt

Südlich von Nürnberg soll in den nächsten Jahren eine alte Stromtrasse erneuert werden. Dagegen hat der Bund Naturschutz bei einem Ortstermin Widerstand angekündigt. Südlich von Nürnberg soll die Firma Tennet im Auftrag der Bundesregierung eine Stromleitung aus den 1940-er Jahren erneuern.

Stromtrasse P53 führt durch viele Ortschaften

Die sogenannte P53 führt von Raitersaich im Landkreis Fürth über Wolkersdorf, Kornburg, Wendelstein, Schwarzenbruck und Winkelhaid zum Umspannwerk Ludersheim. Die neue Leitung soll die alte ersetzen, allerdings mit mehr Übertragungskapazität und höheren Masten. In mehreren Orten geht die bisherige Leitung mitten durch das Gemeindegebiet, so Konopka. Auch das Diakonie-Dorf Rummelsberg würde durch die Leitung durchschnitten werden. Der Denkmalschutz hat hier bereits Bedenken angemeldet.

BN zweifelt Notwendigkeit an

Der Bund Naturschutz bezweifelt, ob die neue Leitung überhaupt notwendig ist. Er forderte das Unternehmen Tennet auf, die Durchleitungsdaten offen zu legen. BN-Regionalreferent Tom Konopka sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Wir fordern schon seit Jahren, dass die Daten veröffentlich werden müssen. Wenn intransparent gearbeitet wird, müssen wir das Schlimmste vermuten".

Gesundheit und Naturschutz im Widerstreit

Sollte die Trasse P53 nicht mehr zu verhindern sein, will sich der Bund Naturschutz für die Gesundheit der Bürger und die Erhaltung der Natur stark machen. Etwa 3.000 Wohnhäuser haben weniger als 200 Meter Abstand zur alten Stromtrasse, so der Bund Naturschutz. Er habe dies zusammen mit Freiwilligen in den elf betroffenen Ortsteilen ermittelt. Der Bund Naturschutz empfiehlt vorsorglich einen Abstand von 600 Metern zu den Häusern.

135 Hektar Wald in Gefahr

Wenn die neue Stromtrasse P53 weiter von den Häusern wegrücken würde, müssten allerdings noch mehr Bäume gefällt werden. Weil zunächst die neue Leitung gebaut wird und anschließend die alte abgebaut wird, könnten 135 Hektar Wald den Erneuerungsarbeiten zum Opfer fallen. Anfang des nächsten Jahres 2019 soll ein Raumordnungsverfahren stattfinden.


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Kommentare

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Wolfgang, Freitag, 18.Mai, 13:56 Uhr

1. Pragmatisch eine vernünftige Lösung anstreben.

Annahmen:

1. für mehr Windkraft und Photovoltaik, auch für neue Pumspeicherkraftwerke, wird mehr Übertragungskapzität gebraucht, schlicht für den überegionalen Erzeugungsausgleich.

2. Vorhandene Trassen tunen, alos größere stabilere Masten die mehr Übertragungssysteme aufnehmen können, bis hin zu 4 Drehstromsystemen mit je 6-fach-Bündelleiter.

3. Etwas mehr Stahl investieren so daß Waldgebiet überpannt werden kann, Masten also ca. 30m höher. Evtl. dort nicht so hoch und Forstnutzung für Baumschule, Setzlinge heranziehen usw.

4. prüfen ob es elektrotechnisch möglich ist 2 Drehstromsysteme plus 4 HGÜ-Leiter an der gleichen Masttrasse zu führen.

500km Trasse ergen 1000 Masten die je vier "Betonfüße" zu je unter 4m² Fläche, je Mast um 12m², 12 000m² gleich 1,2ha, mehr Natur wird da nicht verbrauct.