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Flüchtlinge kritisieren "Schikanen" Demozug in Bamberger Innenstadt darf starten

Der für morgen geplante Demonstrationszug von Flüchtlingen aus der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken in die Bamberger Innenstadt ist von der Stadt genehmigt worden. Die Asylbewerber beklagen "Schikanen" in der Unterkunft.

Von: Heiner Gremer

Stand: 16.01.2018

Symbolbild: Flüchtlinge an der Essensausgabe in Flüchtlingsunterkunft | Bild: picture-alliance/dpa/Daniel Karmann

Die Anmelder und Teilnehmer sind Bewohner der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) und deren Unterstützer, die damit ihren politischen Forderungen zur Asylpolitik Nachdruck verleihen wollen. Laut Polizei sind rund 150 Demonstrationsteilnehmer angemeldet. Deshalb ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Vorwurf: Leben in AEO von "Schikanen" geprägt

Der Demonstrationszug zum Bamberger Maximiliansplatz wird von Polizeikräften gesichert. Laut Flüchtlingsrat kritisieren die Asylbewerber die Zustände in der Bamberger AEO. Das Leben dort sei von Schikanen geprägt, die man nicht mehr länger hinnehmen wolle.

Foerderung: Recht auf deutschen Ausweis

Zu dem Forderungskatalog gehört unter anderem, dass auch bereits abgelehnte Asylbewerber das Recht auf Schulbildung für ihre Kinder, das Recht zu arbeiten und einen deutschen Ausweis bekommen sollen.

Grüne: "Situation für Frauen unerträglich"

In einer Pressemitteilung kritisierte die oberfränkische Landtagsabgeordnete der Grünen und Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote die Situation in der Bamberger AEO. Arbeiten sei grundsätzlich nicht erlaubt und es würden fast ausschließlich Sachleistungen ausgegeben. In Wohnungen mit drei bis vier Zimmern würden mehr als zehn Personen untergebracht, es gebe weder geschlechtergetrennte Sanitäranlagen, noch die Möglichkeit, Wohnungen oder Zimmer abzuschließen. Gerade für Frauen und Kinder sei diese Situation unerträglich.

"Ich fordere die CSU-Regierung auf, auch in der AEO die UN-Kinderrechte zu garantieren! Insbesondere das Recht auf Bildung, das Recht auf Privatsphäre und der Schutz vor Gewaltanwendung sind in der AEO nicht gewährleistet."

 Ulrike Gote, Landtagsabgeordnete der Grünen und Landtagsvizepräsidentin


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