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Urteil im Bella-Casa-Prozess Mit Einrichtungshaus Gläubiger betrogen - hohe Haftstrafe

Die Chefin des bekannten Nürnberger Nobel-Einrichtungshauses "Bella Casa" muss für sieben Jahre hinter Gitter. Sie wollte mit den Straftaten ihren noblen Lebensstil aufrechterhalten, um "in der Promiwelt weiter als erfolgreiche Geschäftsfrau dazustehen", so der Richter.

Von: Sophia Ruhstorfer

Stand: 17.04.2018

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat die 66-Jährige Geschäftsfrau unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Betrugs, Urkundenfälschung und Insolvenzverschleppung verurteilt. Sie hat nach Ansicht des Gerichts ihre Kundschaft geprellt und private Darlehen in Millionenhöhe nicht zurückgezahlt. Laut dem Richter wollte die Verurteilte mit den Straftaten ihren noblen Lebensstil aufrechterhalten, um "in der Promiwelt weiter als erfolgreiche Geschäftsfrau dazustehen".

Gesamtschaden: zwei Millionen Euro

Dem Ehemann konnte das Gericht nur eine Insolvenzverschleppung nachweisen, er wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Insgesamt geht es um einen Gesamtschaden von rund zwei Millionen Euro.

Seit 2016 zahlungsunfähig

Die Angeklagte soll zum Beispiel an Geschäftspartner Waren verkauft haben, die es gar nicht gab und dann direkt zurückgeleast haben, um an Geld zu kommen. Obwohl das Einrichtungshaus "Bella Casa" bereits im Juli 2016 nicht mehr zahlungsfähig war, gab es keinen Insolvenzantrag.

Richter: "Taten hochkriminell"

Dem Richter nach handelte die 66-Jährige aus blankem Egoismus. Die Taten wären "hochkriminell" gewesen, so der Richter weiter. Die Staatsanwaltschaft forderte für die Frau eine Strafe von sieben Jahren und sechs Monaten, für den 80-Jährigen Ehemann eine Gesamtstrafe von drei Jahren.


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