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Strafbefehl nicht akzeptiert Mittelfränkischer Bauernpräsident vor Gericht

Hat der Präsident des mittelfränkischen Bauernverbands, Günther Felßner, ein Umweltdelikt begangen? Nein, sagt der Bauernpräsident. Er wirft der Staatsanwaltschaft am ersten Verhandlungstag einseitige Ermittlungen vor.

Von: Frank Staudenmayer

Stand: 16.04.2018

Am Amtsgericht Hersbruck hat die Verhandlung gegen den Präsidenten des mittelfränkischen Bauernverbands, Günther Felßner, begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er Sickerwasser aus seinen Silos unerlaubterweise in den Boden geleitet hätte. Zu dem Prozess kam es, weil Felßner einen Strafbefehl über 150 Tagessätze nicht akzeptierte.

Ein Rechtsgespräch vor Gericht brachte heute (16.04.2018) keine Einigung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Sollte sich daran nichts ändern, rechnen Prozessbeobachter mit einem langwierigen Verfahren mit aufwendigen Gutachten.

Unerlaubtes Sickerwasser oder Musterbetrieb?

Der Staatsanwaltschaft zufolge ist Felßner dafür verantwortlich, dass in Günthersbühl im Landkreis Nürnberger Land der Boden und teilweise auch das obere Grundwasser eines angrenzenden Grundstücks verunreinigt wurden. Felßner widerspricht und wirft der Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vor. Seinen Hof bezeichnet er im Bayerischen Rundfunk als Musterbetrieb, die Umwelt sei ihm wichtig.

Prozess wurde ausgesetzt

Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen nach Angaben eines Gerichtssprechers nochmals miteinander sprechen. Sollte es auch weiterhin keine Einigung geben, würde es voraussichtlich im Juni oder Juli zu einer neuen Hauptverhandlung kommen, zu der dann Sachverständige geladen würden.

Felßner ist Präsident des mittelfränkischen Bauernverbandes, Vize-Präsident des Bayerischen Bauernverbands und Mitglied im Naturschutzbeirat der Regierung von Mittelfranken.


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