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Verbalattacken Militärausgaben: Trump legt im Streit mit Deutschland nach

Nach seinen Verbalattacken gegen Deutschland und Kanzlerin Merkel hat US-Präsident Donald Trump heute auf Twitter nachgelegt. Er prangert die seiner Meinung nach zu geringen Militärausgaben der NATO-Partner und insbesondere Deutschlands an.

Stand: 12.07.2018

11.07.2018, Belgien, Brüssel:  Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (l),
Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, und  Donald Trump, Präsident der USA, kommen zu dem Abendessen im Parc du Cinquantenaire - Jubelpark für die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedsstaaten. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Benoit Doppagne

US-Präsident Donald Trump lässt im erbitterten Streit mit Deutschland nicht locker. Nach dem Eklat um deutsche Erdgasimporte aus Russland zum Auftakt des Nato-Gipfels kritisierte Trump am Donnerstag die Bundesregierung erneut scharf. "Präsidenten haben jahrelang erfolglos versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Staaten dazu zu bewegen, mehr für ihren eigenen Schutz vor Russland zu zahlen", schrieb Trump. "Sie bezahlen nur einen Bruchteil ihrer Kosten." Die USA hingegen zahlten zweistellige Milliardenbeträge zuviel, um Europa zu subventionieren.

Trumps Ziel: Steigerung der Militärausgaben

"Und als wäre das nicht genug, hat Deutschland gerade angefangen, Russland, dem Land, vor dem sie beschützt werden wollen, Milliarden Dollar für ihren Energiebedarf zu zahlen, der aus einer Pipeline aus Russland kommt", fügte er in einem weiteren Tweet hinzu. "Nicht akzeptabel! Alle Nato-Staaten müssen ihr Zwei-Prozent-Verpflichtung erfüllen, und sie müssen letztlich auf vier Prozent gehen." Gemeint ist seine Forderung, zwei beziehungsweise vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland liegt derzeit bei 1,24 Prozent.

Wieder Twitter-Attacken gegen Deutschland

Mit der neuen Twitterserie nahm Trump seine Verbalattacken gegen Deutschland wieder auf, obwohl er am Mittwochnachmittag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Signale der Entspannung zu senden schien. Er hatte das Verhältnis zu Deutschland hervorragend genannt und Merkel auch persönlich gelobt.

Heute Thema: Afghanistan, Georgien und die Ukraine

Am zweiten und letzten Tag des Gipfels wollten sich die 29 Nato-Staaten auf ihre gemeinsame Linie für Afghanistan konzentrieren. Das Bündnis sagt dem Land am Hindukusch bis mindestens 2024 weitere Hilfe zu. Zudem geht es an diesem Donnerstag um die Beziehungen zu Georgien und zur Ukraine, die aber auch diesmal nicht die erhoffte konkrete Perspektive auf einen Nato-Beitritt bekommen werden.


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